Ferienhausverwaltung Harz
Unsere Deutschland-Zentrale in Rostock verwaltet Ihre Objekte mit regionalen Partnern vor Ort. Von Wernigerode über Goslar bis Braunlage verwalten wir Ferienobjekte mit der gleichen Sorgfalt, die Sie von Ihrem eigenen Zuhause erwarten würden.
Was Favorent-Objekte im Harz erreichen
Wie sich Harz über das Jahr verteilt
Auslastungs-Profil Harz
Monatswerte auf Basis der amtlichen Bettenauslastung im Reisegebiet Harz (Niedersachsen) 2025, umgerechnet mit dem Faktor 1,25. Die Säulenhöhe entspricht dem Prozentwert. Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Statistischer Bericht G IV 2 – m, Ausgaben 01/2025 bis 12/2025.
Regionale Besonderheit
Seit dem 1. Januar 2026 gilt HATIX zusätzlich zu den Buslinien auch in Regionalzügen: auf der Achse Bad Harzburg, Goslar, Langelsheim, Seesen, Osterode und Herzberg sowie auf der Südharzstrecke zwischen Wulften und Walkenried. Das Angebot ist zunächst bis zum 31. Dezember 2026 befristet. HATIX ist im Gästebeitrag enthalten und gilt im gesamten Verbundgebiet; Ihre Gäste müssen dafür kein Ticket kaufen. Der Harz ist ein Ganzjahresziel: Der Saisonalitätsindex liegt bei 0,13 gegenüber 0,2 für Niedersachsen insgesamt. Getragen wird das von Wandern, Rad und Mountainbike, Städte- und Kulturreisen sowie Kur und Gesundheit.
Saisonfenster
Hauptsaison: Juli bis Oktober, mit einer breiten Vorsaison ab April. Am schwächsten sind Januar und März. Das Landesamt für Statistik Niedersachsen hält für das Reisegebiet Harz fest: „Die Monate Juli, August, September und Oktober waren die ankunftsstärksten Monate.“ Der Dezember ist der stärkste Wintermonat, bleibt mit 30,7 Prozent Auslastung aber unter dem Jahresschnitt von 33,4 Prozent. Im korrigierten Monatsprofil liegt der Spitzenwert bei 51 Prozent im August, über das Jahr sind es 42 Prozent. In den schwächeren Monaten sichern wir die Grundauslastung über Wandergäste, Städte- und Kulturreisen und die Sammler der Harzer Wandernadel.
Rechtliche Rahmenbedingungen im Harz
Kurtaxe und Gästebeitrag
Im Harz fällt pro Gast und Übernachtung die Kurabgabe an. Sie wird vom Vermieter eingezogen und an die Gemeinde abgeführt. Abgabengläubiger ist immer die Gemeinde; den Einzug übernehmen teils beauftragte Gesellschaften wie die GOSLAR marketing gmbh oder die Bodetal Tourismus GmbH. Der Rhythmus ist nicht durchgängig monatlich: Braunlage verlangt eine elektronische Meldung binnen drei Tagen, Wernigerode lässt private Vermieter quartalsweise abrechnen. Für die Abführung haftet der Vermieter. Favorent übernimmt die komplette Abwicklung samt Ausgabe der Harz Gastkarte mit HATIX. Die HarzCard ist davon zu trennen: Sie ist eine kostenpflichtige Erlebniskarte der Harz AG und nicht im Gästebeitrag enthalten. Wir weisen Ihre Gäste im Welcome-Pack darauf hin.
Meldepflicht und Meldeschein
Meldepflicht nach Bundesmeldegesetz, in HATIX-Gemeinden mit integrierter elektronischer Gästekarte. Seit dem 1. Januar 2025 muss einen besonderen Meldeschein nur noch ausfüllen und unterschreiben, wer keine deutsche Staatsangehörigkeit hat (§ 29 Abs. 2 Satz 1 Bundesmeldegesetz). Maßgeblich ist die Staatsangehörigkeit, nicht der Wohnsitz. Die Datenerhebung für die Kurabgabe bleibt davon unberührt und gilt weiterhin für alle Gäste. Favorent übernimmt die gesamte Abwicklung elektronisch, sodass Sie als Eigentümer keine administrativen Lasten tragen.
Zweckentfremdung und Genehmigung
Niedersachsen hat seit dem 5. April 2019 ein Zweckentfremdungsgesetz, das aber nur über kommunale Satzungen wirkt. Sachsen-Anhalt und Thüringen haben gar kein Landesgesetz. Keine einzige Harz-Gemeinde hat eine Zweckentfremdungssatzung. Der landesweite Hebel ist ein anderer: Die Umnutzung einer Wohnung in eine Ferienwohnung ist in allen drei Ländern baugenehmigungspflichtig. Vor Aufnahme einer neuen Vermietung prüfen wir für Sie die konkrete Rechtslage in Ihrer Gemeinde und beantragen falls erforderlich die notwendigen Genehmigungen. So vermeiden Sie Bußgelder und rechtliche Nachforderungen.
Steuerreporting für Sie
Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Kleinunternehmer-Regelung: Wir liefern Ihnen monatlich eine konsolidierte Abrechnung, die Ihr Steuerberater oder Sie selbst direkt ins Jahres-Reporting übernehmen können. Inklusive Betriebsausgaben-Zuordnung und Kurtaxe-Nachweisen.
Unser Netzwerk im Harz
„HATIX ist ein echtes Verkaufsargument bei unseren Gästen. Favorent erklärt es klar im Welcome-Pack, und entsprechend positiv fallen auch die Bewertungen aus."
„Als Eigentümer aus dem Rheinland kann ich nicht ständig nach dem Rechten sehen. Favorent hat regionale Handwerker und Reinigungspartner vor Ort, das entlastet mich komplett."
Der Harz seit der Wende
Der Harz hat sich seit 1990 zweimal grundlegend verändert: einmal wirtschaftlich, einmal landschaftlich. Wer hier eine Ferienimmobilie besitzt oder kaufen will, braucht beide Entwicklungen in Zahlen und nicht in Stimmungen.
Die längste durchgehende Reihe, die für einen Harz-Landesteil vorliegt, führt das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt. Sie beginnt 1993 bei 3.638.874 Übernachtungen und erreicht 2019 mit 8.645.180 ihren Höchststand, ein Zuwachs von 138 Prozent. 2025 liegt der Wert bei 8.232.822 Übernachtungen und damit bei 95,2 Prozent des Rekordjahres. Eine Einordnung gehört zwingend dazu: Das ist eine Landesreihe für ganz Sachsen-Anhalt, kein Harz-Wert. Sie zeigt die Richtung, nicht die Region.
In derselben Reihe stecken zwei Bewegungen, die für Vermieter mehr aussagen als die Gesamtsumme. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist von 2,8 Tagen im Jahr 1993 auf 2,4 Tage im Jahr 2025 gefallen. Und die Zahl der Beherbergungsbetriebe hat 2019 mit 1.062 ihren Höchststand nach der Wende erreicht; 2025 sind es 942, ein Rückgang um 11,3 Prozent. Es kommen also mehr Gäste, sie bleiben kürzer, und sie verteilen sich auf weniger Betriebe.
Der Harz selbst, Stand 2025
Für die Region weisen die drei Statistischen Landesämter für 2025 diese Werte aus. Das niedersächsische Reisegebiet Harz kommt auf 4.578.595 Übernachtungen bei 33,4 Prozent Bettenauslastung. Das sachsen-anhaltische Reisegebiet Harz und Harzvorland kommt auf 2.949.615 Übernachtungen bei 34,3 Prozent. Das thüringische Reisegebiet Südharz Kyffhäuser kommt auf 503.928 Übernachtungen bei 32,5 Prozent.
Der eigentliche Befund liegt im Vergleich mit den Ländern. Niedersachsen hat 2025 mit 46,94 Millionen Übernachtungen den höchsten Wert seiner Reihe erreicht und liegt 1,5 Prozent über dem Vorkrisenjahr 2019. Der Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt liegt 11,8 Prozent unter 2019, der Landkreis Mansfeld-Südharz 10,2 Prozent, das thüringische Reisegebiet 9,3 Prozent. Der Harz hat den Landestrend also nicht mitgemacht. Der Landkreis Goslar zeigt die Bewegung im Kleinen: 6,3 Prozent mehr Ankünfte als 2019, aber 3,4 Prozent weniger Übernachtungen. Mehr Gäste, kürzere Aufenthalte.
Für ein einzelnes Objekt ist das die wichtigere Nachricht als jede Gesamtsumme. Die Nachfrage ist vorhanden, sie verteilt sich aber auf mehr und kürzere Buchungen. Wer seine Kalkulation auf die klassische Wochenmiete stützt, rechnet gegen diesen Trend. Wer Kurzaufenthalte sauber bepreist, die Mindestaufenthalte nach Saison steuert und die Wechseltage organisiert bekommt, arbeitet mit ihm.
Im Segment selbst zeigt sich eine Gegenbewegung. Im sachsen-anhaltischen Reisegebiet Harz und Harzvorland ist die Zahl der Betriebe der Art Ferienhäuser und Ferienwohnungen gegenüber Dezember 2024 um 6,8 Prozent gestiegen, die der Schlafgelegenheiten um 4,9 Prozent. Hotels, Gasthöfe und Pensionen haben im selben Zeitraum 3,0 Prozent ihrer Betriebe verloren. Die Jahresauslastung der Ferienhäuser und Ferienwohnungen liegt dort bei 26,5 Prozent und damit unter dem Wert aller Betriebe zusammen von 34,3 Prozent. Das Angebot wächst also genau in dem Segment, in dem der Wettbewerb um Sichtbarkeit am härtesten ist.
Eine Zahl, die im Harz häufig kursiert, gehört ebenfalls eingeordnet. Der Harzer Tourismusverband spricht öffentlich von rund zehn Millionen Übernachtungen, die drei amtlichen Reisegebiete kamen 2025 zusammen auf 8.032.138. Der Unterschied sind Privatquartiere unter zehn Betten, Freizeitwohnsitze, Dauercamping und Reisemobile, die die amtliche Statistik nicht erfasst. Beide Angaben sind richtig, sie messen nur Verschiedenes.
Der Wald, in Zahlen und ohne Kurzschluss
Parallel dazu hat sich das Landschaftsbild verändert. Die Nationalparkverwaltung Harz beziffert den seit 2018 verlorenen Fichtenwald auf über 11.600 Hektar; rund 90 Prozent des früheren Fichtenbestands im Nationalpark sind abgestorben. Die Niedersächsischen Landesforsten führen für ihren Harzer Landeswald rund 30.000 Hektar Schadfläche. Am 22. Mai 2025 hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium 105 Millionen Euro für die Wiederbewaldung gesichert und dafür einen Horizont von 25 bis 40 Jahren genannt. Im Nationalpark sind seit 2008 rund sieben Millionen Laubbäume gepflanzt worden. In Sachsen-Anhalt sind die Kahlflächen zuletzt erstmals wieder gesunken, auf 14.800 Hektar.
Ein Zusammenhang zwischen dem Waldsterben und der Buchungsentwicklung lässt sich aus den vorliegenden Zahlen nicht ableiten, und wir behaupten ihn deshalb nicht. Der Landkreis Mansfeld-Südharz hat mit 10,2 Prozent fast genauso viel verloren wie der Landkreis Harz mit 11,8 Prozent, obwohl dort kaum Hochharzer Fichtenwald steht. Die Harzer Schmalspurbahnen zählten 2024 rund 1,14 Millionen Fahrgäste und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Der Waldwandel ist eine Realität, die jeder Gast sieht. Eine Erklärung für die Übernachtungszahlen ist er nach heutiger Datenlage nicht.
Warum es keine Zahl für „den Harz“ gibt
Der Harz liegt in drei Bundesländern, und es gibt kein gemeinsames amtliches Reisegebiet für die Region. Niedersachsen führt das Reisegebiet 13 „Harz“, Sachsen-Anhalt das Reisegebiet „Harz und Harzvorland“ mit dem Landkreis Harz und dem Landkreis Mansfeld-Südharz, Thüringen das Reisegebiet „Südharz Kyffhäuser“, das zum 1. Januar 2018 aus zwei früheren Gebieten zusammengelegt wurde.
Ankünfte, Übernachtungen, Betriebe und Aufenthaltsdauer beruhen in allen drei Ländern auf demselben Bundesgesetz und derselben Erfassungsgrenze von mindestens zehn Schlafgelegenheiten. Diese vier Größen sind vergleichbar. Die Bettenauslastung ist es nicht: Die Länder veröffentlichen sie unterschiedlich, einmal einschließlich und einmal ohne Campingplätze und mit unterschiedlichem Stichtag für die Kapazität. Auslastungswerte der drei Landesteile gehören deshalb nebeneinander, nicht gegeneinander.
Damit ist der Rahmen gesetzt, in dem ein Harz-Objekt arbeitet: eine Saison, die breiter ist als ihr Ruf, Aufenthalte, die kürzer werden, kommunale Abgaben, die steigen, und eine Genehmigungsfrage, die sich im Bauordnungsrecht entscheidet. Die folgenden Abschnitte gehen jeden dieser Punkte mit den amtlichen Zahlen durch.
Sechs Wegmarken, die den heutigen Harz erklären
1989
Am 3. Dezember erreichen Tausende den Brocken. Der Gipfel war 28 Jahre lang Sperrgebiet.
1992
Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar werden UNESCO-Welterbe.
1994
Stiftskirche, Schloss und Altstadt Quedlinburg kommen als Welterbe dazu.
2006
Die Nationalparke beider Laender werden zum ersten länderübergreifenden Nationalpark Deutschlands.
2018
Dürre und Borkenkäfer setzen dem Fichtenwald zu. Der Waldumbau beginnt.
2025
105 Millionen Euro sind für die Wiederbewaldung gesichert. Das Reisegebiet Harz liegt bei 33,4 Prozent Auslastung.

Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Statistischer Bericht 6G401, Dezember 2025 · Landesamt für Statistik Niedersachsen, Statistischer Bericht G IV 2 – m, 12/2025 und 12/2024 · Thüringer Landesamt für Statistik, Reisegebietstabelle ld000805 · Nationalparkverwaltung Harz, Waldentwicklung · Landkreis Harz, Pressemitteilung vom 9. Juli 2024. Stand der Auswertung: 18. August 2026.
Zehn Jahre in Zahlen
Die folgenden fünf Tabellen sind die Zahlenbasis dieser Seite. Sie stammen ausschließlich aus den Veröffentlichungen der drei Statistischen Landesämter, aus der Regionaldatenbank Deutschland und aus kommunalen Satzungen. Wo ein Wert fehlt, steht das in der Tabelle. Auf schmalen Bildschirmen lassen sich die Tabellen seitlich verschieben.
1. Die drei Landesteile im Jahr 2025
Jedes Land führt einen eigenen Gebietsschnitt. Das sachsen-anhaltische Gebiet enthält neben dem Landkreis Harz auch den Landkreis Mansfeld-Südharz, das thüringische neben dem Landkreis Nordhausen auch den Kyffhäuserkreis.
| Reisegebiet | Land | Ankünfte 2025 | Übernachtungen 2025 | Aufenthaltsdauer | Bettenauslastung (nicht vergleichbar) |
|---|---|---|---|---|---|
| Harz (Reisegebiet 13) | Niedersachsen | 1.699.214 | 4.578.595 | 2,7 Tage | 33,4 % |
| Harz und Harzvorland | Sachsen-Anhalt | 1.103.170 | 2.949.615 | 2,7 Tage | 34,3 % |
| Südharz Kyffhäuser | Thüringen | 172.566 | 503.928 | 2,9 Tage | 32,5 % |
Die letzte Spalte darf nicht verglichen werden. Die drei Länder rechnen die Bettenauslastung unterschiedlich aus: Sachsen-Anhalt weist sie einschließlich und ohne Campingplätze aus (31,6 Prozent gegenüber 37,7 Prozent im Landesdurchschnitt), Thüringen stellt Betriebe und Schlafgelegenheiten mit dem Stand Juli fest, Sachsen-Anhalt mit dem Stand 31. Dezember. Die anderen vier Spalten beruhen auf demselben Bundesgesetz und sind vergleichbar.
Quellen: LSN, Statistischer Bericht G IV 2 – m 12/2025, Tabelle 3 · StaLa Sachsen-Anhalt, 6G401 Dezember 2025, Tabellen 6 und 7 · TLS, Reisegebietstabelle ld000805.
2. Monatliche Bettenauslastung 2025
Amtlich veröffentlichte Werte, nicht nachgerechnet. Jeweils Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten einschließlich Campingplätze.
| Monat 2025 | Reisegebiet Harz (Niedersachsen) | Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) |
|---|---|---|
| Januar | 24,5 % | 21,7 % |
| Februar | 29,5 % | 28,5 % |
| März | 26,4 % | 25,3 % |
| April | 34,3 % | 39,2 % |
| Mai | 34,6 % | 38,8 % |
| Juni | 35,0 % | 37,8 % |
| Juli | 38,2 % | 40,7 % |
| August | 41,0 % | 43,8 % |
| September | 35,4 % | 39,7 % |
| Oktober | 40,3 % | nicht verfügbar |
| November | 28,6 % | 27,7 % |
| Dezember | 30,7 % | 33,9 % |
| Jahr 2025 | 33,4 % | 35,6 % |
Eine Lücke, die wir offenlegen: Der Statistische Bericht 6G401 für den Monat Oktober 2025 war am 18. August 2026 unter der sonst gültigen Adresse nicht abrufbar, der Server antwortete mit HTTP 404. Der Oktoberwert für den Landkreis Harz fehlt deshalb. Die übrigen elf Monatswerte und der Jahreswert von 35,6 Prozent liegen vor.
Quellen: LSN, Statistischer Bericht G IV 2 – m, Ausgaben 01/2025 bis 12/2025, jeweils Tabelle 1, Zeile 13 Harz · StaLa Sachsen-Anhalt, 6G401, Ausgaben 01/2025 bis 12/2025, Tabelle 3, Zeile Harz, Landkreis.
3. Monatsanteile am Jahresergebnis
Reisegebiet Harz, Niedersachsen, Jahr 2025. Errechnet aus den amtlichen Monatswerten.
| Monat 2025 | Anteil an den Übernachtungen | Anteil an den Ankünften | Lage zum rechnerischen Zwölftel von 8,3 % |
|---|---|---|---|
| Januar | 5,8 % | 6,0 % | darunter |
| Februar | 6,3 % | 6,3 % | darunter |
| März | 6,3 % | 6,6 % | darunter |
| April | 8,6 % | 8,3 % | darüber |
| Mai | 9,3 % | 9,3 % | darüber |
| Juni | 9,1 % | 9,6 % | darüber |
| Juli | 10,2 % | 9,7 % | darüber |
| August | 11,0 % | 10,3 % | darüber |
| September | 9,1 % | 9,2 % | darüber |
| Oktober | 10,4 % | 10,0 % | darüber |
| November | 6,5 % | 7,1 % | darunter |
| Dezember | 7,4 % | 7,6 % | darunter |
Der stärkste Monat ist der August mit 11,0 Prozent, danach folgt der Oktober mit 10,4 Prozent vor dem Juli mit 10,2 Prozent. Der Dezember bleibt mit 7,4 Prozent unter dem rechnerischen Zwölftel von 8,3 Prozent. Er ist der stärkste Monat des Winterhalbjahrs, aber kein Hauptsaisonmonat. Von April bis Oktober liegen sieben aufeinanderfolgende Monate über dem Jahresschnitt; auf sie entfallen 67,7 Prozent der Übernachtungen.
Quelle: eigene Berechnung aus LSN, Statistischer Bericht G IV 2 – m, Ausgaben 01/2025 bis 12/2025.
4. Die lange Reihe: Sachsen-Anhalt 1993 bis 2025
Stützjahre der einzigen lückenlosen Reihe, die bis 1993 zurückreicht. Betriebe und Schlafgelegenheiten jeweils Stand 31. Dezember, Auslastung einschließlich Campingplätze.
| Jahr | Betriebe | Schlafgelegenheiten | Ankünfte | Übernachtungen | Dauer in Tagen | Auslastung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1993 | 534 | 32.120 | 1.278.448 | 3.638.874 | 2,8 | 31,0 % |
| 1995 | 958 | 53.332 | 1.911.555 | 5.330.109 | 2,8 | 27,4 % |
| 2000 | 1.052 | 61.016 | 2.255.209 | 5.688.586 | 2,5 | 25,5 % |
| 2005 | 1.031 | 60.939 | 2.419.692 | 6.009.339 | 2,5 | 26,5 % |
| 2010 | 1.068 | 61.314 | 2.777.136 | 6.857.027 | 2,5 | 27,7 % |
| 2015 | 1.012 | 60.169 | 3.143.256 | 7.608.823 | 2,4 | 31,0 % |
| 2019 | 1.062 | 66.141 | 3.603.700 | 8.645.180 | 2,4 | 33,1 % |
| 2021 | 984 | 64.980 | 2.125.347 | 5.815.720 | 2,7 | 25,2 % |
| 2023 | 1.000 | 68.128 | 3.358.493 | 8.357.082 | 2,5 | 32,0 % |
| 2025 | 942 | 64.613 | 3.394.975 | 8.232.822 | 2,4 | 31,6 % |
Das ist eine Landesreihe für ganz Sachsen-Anhalt, kein Harz-Wert. Sie zeigt die Richtung: von 1993 bis 2019 stiegen die Übernachtungen um 138 Prozent, 2025 liegen sie bei 95,2 Prozent des Rekordjahres. Zwei Brüche gehören dazu: Ab dem Berichtsjahr 2011 gilt eine Erfassungsgrenze von zehn statt neun Schlafgelegenheiten, und ab 2014 wurden Schullandheime und Schulungsheime anderen Betriebsarten zugeordnet. Für die Betriebszahlen sind beide Brüche relevant, für die Übernachtungen kaum.
Quelle: StaLa Sachsen-Anhalt, Statistischer Bericht 6G401 Dezember 2025, Tabelle 1; Bruchhinweise nach Destatis, Metadaten zur Statistik 45412, Ausgabe 2023.
5. Kurabgabe und Gästebeitrag je Ort, Stand 2026
Alle Beträge je Person und Übernachtung, einschließlich Umsatzsteuer.
| Ort | Erwachsene je Person und Nacht | Kinder und Jugendliche | Stand und Fassung |
|---|---|---|---|
| Wernigerode mit Schierke | 3,50 € | unter 6 Jahren frei, 6 bis 18 Jahre 1,75 € | Satzung vom 20.06.2024, gilt seit 01.01.2025 |
| Goslar, Kernstadt | 3,30 € | Kinder und Jugendliche befreit | seit 01.01.2025, zuvor 2,30 € |
| Bad Sachsa | 3,25 € | bis einschließlich 5 Jahre frei, ab 6 Jahren 1,95 € | Stand 2026 |
| Braunlage mit Sankt Andreasberg und Hohegeiß | 3,05 € | unter 6 Jahren frei, 7 bis 18 Jahre 1,70 € | Satzung ab 01.01.2024, aktueller Satz 2026 |
| Quedlinburg | 3,00 € | unter 6 Jahren frei, 6 bis 18 Jahre 1,00 € | Lesefassung 2021 |
| Thale mit Friedrichsbrunn | 3,00 € von April bis Oktober, 2,00 € von November bis März | unter 6 Jahren frei, 6 bis 17 Jahre 1,50 € beziehungsweise 1,00 € | Fassung 2019, Einzug durch die Bodetal Tourismus GmbH |
| Bad Harzburg | 2,60 € | 0 bis 17 Jahre frei | Stand 2026, Erhöhung angekündigt |
| Bad Lauterberg im Harz | 2,50 € | unter 14 Jahren frei, 14 bis 17 Jahre 0,70 € | Stand 2023, Betrag für 2026 nicht verifiziert |
| weitere Harzorte, etwa Steina, Walkenried, Lautenthal | 1,55 € bis 2,79 € | je Gemeinde unterschiedlich | Stand 01.01.2023, Sammeldarstellung, für 2026 nicht verifiziert |
Zwei verbreitete Annahmen stimmen im Harz nicht. Eine Staffelung nach Haupt- und Nebensaison gibt es unter den geprüften Orten nur in Thale und dessen Ortsteil Friedrichsbrunn; alle übrigen erheben ganzjährig einen einheitlichen Satz. Und Kinder sind keineswegs durchgehend bis 18 befreit: Von zehn geprüften Orten trifft das nur auf Goslar und Bad Harzburg zu. Die Befreiungsgrenzen liegen sonst bei 6, 14 oder 18 Jahren, danach gilt meist ein ermäßigter Satz. Die belegte Spanne für Erwachsene reicht von 1,55 Euro bis 3,50 Euro.
Quellen: Satzungen und amtliche Auskünfte der Städte Wernigerode, Goslar, Braunlage und Bad Harzburg sowie Bad Sachsa, Quedlinburg, Thale und Bad Lauterberg. Recherchestand 18. August 2026.
Was im Harz gerade diskutiert wird
Diese Zusammenstellung ist bewusst ungeschönt. Sie enthält 19 Meldungen aus den Jahren 2024 bis 2026, geordnet nach den fünf Themen, die Eigentümer im Harz gerade betreffen. Als Schwerpunkt markiert sind die drei Stränge mit der größten Wirkung auf ein einzelnes Objekt: der Waldumbau, die Lage der Harzer Schmalspurbahnen und die laufende Abgabenrunde.
Wald und Wiederbewaldung
5 Meldungen15.05.2026Schwerpunkt
Nach dem Borkenkäfer: Der Harz erholt sich vom Schädling
Acht Jahre nach Beginn des großen Fichtensterbens sind rund 90 Prozent der Harzer Fichten vernichtet, allein im Nationalpark 11.600 Hektar. Die Aufforstung macht nach Angaben des Ministeriums und des Landeszentrums Wald schnellere Fortschritte als erwartet. Der Sachgebietsleiter Waldschutz warnt zugleich vor zu viel Optimismus.
Volksstimme · Meldung ansehen
22.05.2025Schwerpunkt
105 Millionen Euro für die Wiederbewaldung des Harzes gesichert
Rund 30.000 Hektar Schadfläche in den Niedersächsischen Landesforsten, seit 2018 bereits 34 Millionen Euro investiert, mindestens zehn Jahre Wiederbewaldung und ein Planungshorizont von 25 bis 40 Jahren.
Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium · Meldung ansehen
12.07.2024
Über 11.600 Hektar Fichtenwald verloren
Rund 90 Prozent des früheren Fichtenbestands im Nationalpark sind abgestorben. Seit 2008 wurden rund sieben Millionen Laubbäume gepflanzt, überwiegend Rotbuchen.
Nationalpark Harz · Meldung ansehen
06. bis 11.09.2024
Waldbrand am Königsberg beim Brocken
Brandlänge 300 Meter, in der Spitze über 250 Einsatzkräfte, vier Löschflugzeuge und mehrere Hubschrauber. Der Einsatz dauerte rund 120 Stunden. Eine Brandfläche in Hektar hat der Landkreis nicht genannt.
Landkreis Harz · Meldung ansehen
laufend
Wegsperrungen bleiben ein Thema
Der Eckerlochstieg, der klassische Brockenaufstieg von Schierke, ist seit dem 31. Mai 2025 teilweise gesperrt. Der Hirtenstieg war vom 3. August bis zum 1. September 2026 wegen Bauarbeiten zu. Eine amtliche Statistik über Umfang oder Dauer gesperrter Wege gibt es nicht.
Nationalpark Harz · Meldung ansehen
Bahn und Erreichbarkeit
2 Meldungen03.09.2025Schwerpunkt
Harzer Schmalspurbahnen in der Krise
Bei rund einer Million Fahrgästen im Jahr schreibt die HSB tiefrote Zahlen: minus 2,4 Millionen Euro im Jahr 2023 und minus 5,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Investitionsbedarf bis 2045 wird mit 544,1 Millionen Euro beziffert. Die Selketalbahn wird ab Ende 2026 für mindestens fünf Jahre gesperrt, weil bei Straßberg ein Hochwasserrückhaltebecken entsteht.
Harzer-Roller · Meldung ansehen
01.01.2026
HATIX gilt jetzt auch im Regionalzug
Das Harzer Urlaubs-Ticket gilt seit dem 1. Januar 2026 auch in den Linien RB 82 Seesen bis Bad Harzburg, RB 46 Herzberg bis Seesen und RB 80/81 Walkenried bis Wulften. Vorher galt es nur im Bus. Die Erweiterung ist nach den Durchführungsbestimmungen bis zum 31. Dezember 2026 befristet.
PRO BAHN Niedersachsen und Bremen · Meldung ansehen
Abgaben
5 MeldungenRatsbeschluss 10.12.2024Schwerpunkt
Goslar erhöht den Gästebeitrag um 43 Prozent
Zum 1. Januar 2025 steigt der Satz von 2,30 Euro auf 3,30 Euro je Erwachsenem und Übernachtung. Kinder und Jugendliche bleiben in Goslar befreit.
Goslarsche Zeitung · Meldung ansehen
2026Schwerpunkt
Bad Harzburg will Kurtaxe und Tourismusbeitrag anheben
Die Stadt plant, beide Abgaben zu erhöhen: die Gästeabgabe und den Beitrag der Betriebe. Begründet wird das mit der finanziellen Lage der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe.
Goslarsche Zeitung · Meldung ansehen
2026
Braunlage erhöht den Gästebeitrag auf 3,05 Euro
Ab Februar steigt der Satz von 3,00 Euro auf 3,05 Euro, für Kinder von 1,65 Euro auf 1,70 Euro.
Goslarsche Zeitung · Meldung ansehen
Ratsbeschluss 29.10.2024
Braunlage muss die Zweitwohnungssteuer neu regeln
Die Stadt hatte einen Prozess verloren, das Gericht kippte die Satzung wegen unzureichender Berechnungsgrundlagen. Der Rat erließ eine vollständig neue Satzung, die auf Bodenrichtwerte und Fläche abstellt.
Goslarsche Zeitung und Stadt Braunlage · Meldung ansehen
12.02.2026
Keine pauschale Registrierungspflicht ab Mai 2026
Die EU-Kurzzeitvermietungsverordnung verlangt eine Registrierungsnummer nur dort, wo eine Kommune ein entsprechendes Verfahren eingeführt hat. Die Bundesnetzagentur betreibt die zentrale Datenschnittstelle.
Deutscher Ferienhausverband · Meldung ansehen
Wintersport
3 Meldungen2025
45 Skitage am Wurmberg
Die Saison 2024/25 endete nach 45 Skitagen mit rund 77.000 Besuchern. Das Wirtschaftlichkeitsgutachten zum Ausbau von 2013 hatte bis zu 138 Betriebstage unterstellt.
Goslarsche Zeitung · Meldung ansehen
2025
Sonnenblick-Lift defekt, Rückbau im Gespräch
Der Lift bei Sankt Andreasberg ist seit Jahren defekt, die Reparatur gilt der Betreibergesellschaft als zu teuer. Rückbau und Aufgabe zweier Pisten stehen im Raum.
Goslarsche Zeitung · Meldung ansehen
25.09.2024
Seilbahn Schierke: Verfahren seit 2015, kein Baubeginn
Eine Neubewertung der Fläche am Kleinen Winterberg brachte nach dem Bericht neue Erkenntnisse, weil die einst bewaldete Fläche inzwischen fast baumlos ist. Der Investor war 2021 ausgestiegen, gebaut wurde bis heute nichts.
Volksstimme · Meldung ansehen
Betriebe und Angebot
4 Meldungen07.04.2025
Rund acht Millionen Übernachtungen, 1,3 Prozent weniger
Im sachsen-anhaltischen Harz sind binnen fünf Jahren über 3.000 Betten verschwunden. Die Wernigerode Tourismus GmbH führt das teils auf die Erfassungsgrenze der Statistik zurück, teils auf reale Schließungen bei kleinen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen.
radio SAW · Meldung ansehen
2026
Schloss Wernigerode mit Besucherrekord, Burg Falkenstein geschlossen
Das Schloss Wernigerode zählte 2025 rund 281.000 Besucher, den höchsten Wert seit 1990. Die Burg Falkenstein war 2025 nach einem Mauerabsturz komplett geschlossen; 2024 hatte sie noch 65.766 Gäste.
Volksstimme · Meldung ansehen
März 2026
Hotel Villa Heine in Halberstadt gerettet
Der Insolvenzplan wurde bestätigt, der Betrieb geht weiter.
Volksstimme · Meldung ansehen
28.03.2026
Welterbe-Stiftsberg wieder geöffnet
Nach jahrelanger Sanierung ist der Stiftsberg seit dem 28. März 2026 wieder zugänglich. Das neu gestaltete Schlossmuseum öffnet am 3. Oktober 2026.
Welterbestadt Quedlinburg · Meldung ansehen
Einige der verlinkten Artikel stehen hinter einer Bezahlschranke. Der jeweils wiedergegebene Kerninhalt ist aus Überschrift, Anrisstext und ergänzenden Quellen belegt. Alle Links wurden am 18. August 2026 geprüft.
Was Behörden im Harz verlangen
Dieser Abschnitt trennt die drei Bundesländer sauber voneinander, weil im Harz sonst schnell Falsches entsteht. Was in Niedersachsen gilt, gilt in Sachsen-Anhalt oft nicht, und was auf einer allgemeinen Ferienwohnungsseite steht, gilt hier häufig gar nicht. Alle Angaben stammen aus Gesetzestexten, kommunalen Satzungen und amtlichen Veröffentlichungen, Stand 18. August 2026.
1. Zweckentfremdung: drei Länder, drei Lagen
Die verbreitete Formulierung, die Regelungen würden nach Bundesland variieren und es gäbe Einzelgemeinden mit Ferienwohnungssatzungen, trifft für den Harz nur zur Hälfte zu.
| Land | Landesgesetz | Was daraus für den Harz folgt |
|---|---|---|
| Niedersachsen | Ja. Niedersächsisches Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum, in Kraft seit dem 5. April 2019. Es ist eine reine Satzungsermächtigung an die Gemeinden und auf höchstens fünf Jahre zu befristen. | Ohne kommunale Satzung entfaltet das Gesetz keine Wirkung. Erst mit Satzung greift die Schwelle des § 2: Zweckentfremdung liegt bei einer Vermietung von mehr als zwölf Wochen im Kalenderjahr vor, in Gebieten, die überwiegend durch den Fremdenverkehr geprägt sind, bereits ab acht Wochen. |
| Sachsen-Anhalt | Nein. Es gibt kein Zweckentfremdungsverbotsgesetz. | Ohne landesgesetzliche Ermächtigung kann eine Gemeinde ein Zweckentfremdungsverbot nicht wirksam erlassen. Für Wernigerode, Quedlinburg, Thale, Blankenburg, Halberstadt, Ballenstedt und Elbingerode ist keine Satzung auffindbar. |
| Thüringen | Nein. Der Entwurf eines Thüringer Wohnraumgewährleistungsgesetzes, Landtags-Drucksache 7/9214, kam 2024 nicht zustande. | Der Entwurf zielte ausdrücklich auf Erfurt, Jena und Weimar, nicht auf den Harz. Diskutiert wurden eine Genehmigungsschwelle von 56 Tagen und ein Bußgeldrahmen bis 500.000 Euro. |
Der entscheidende Satz: Keine einzige Harz-Gemeinde hat eine Zweckentfremdungssatzung. Weder Goslar, Bad Harzburg, Braunlage, Clausthal-Zellerfeld, Sankt Andreasberg, Osterode, Herzberg, Bad Lauterberg, Bad Sachsa noch Walkenried haben eine solche Satzung veröffentlicht; in Sachsen-Anhalt und Thüringen fehlt dafür bereits die Rechtsgrundlage. Wer eine Ferienwohnung im Harz betreibt, hat es also nicht mit einem Zweckentfremdungsverbot zu tun.
Quellen: Gesetzestext NZwEWG · Deutscher Ferienhausverband zur Drucksache 7/9214, 2. April 2024.
2. Der Hebel, der wirklich greift: die Baugenehmigung
Nicht das Zweckentfremdungsrecht, sondern das Bauordnungsrecht ist im Harz die reale Genehmigungsschranke. Grundlage ist eine bundesrechtliche Klarstellung.
Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 18. Oktober 2017, Aktenzeichen 4 C 5.16, entschieden, dass Ferienwohnen kein Wohnen im Sinne der Baunutzungsverordnung ist. Ferienwohnnutzung ist bauplanungsrechtlich eine eigene Nutzungsart. Die Umwandlung einer Wohnung in eine Ferienwohnung ist damit eine Nutzungsänderung, und die ist in allen drei Harz-Ländern grundsätzlich baugenehmigungspflichtig.
| Land | Grundsatz | Verfahrensfrei nur, wenn | Ergebnis für Ferienwohnungen |
|---|---|---|---|
| Niedersachsen | § 59 NBauO | § 60 Abs. 2 NBauO: das öffentliche Baurecht stellt an die neue Nutzung weder andere noch weitergehende Anforderungen | In der Regel genehmigungspflichtig, weil die Beherbergungsnutzung andere Anforderungen auslöst |
| Sachsen-Anhalt | § 58 Abs. 1 BauO LSA | § 60 Abs. 2 BauO LSA: keine anderen öffentlich-rechtlichen Anforderungen als für die bisherige Nutzung | In der Regel genehmigungspflichtig, sobald Brandschutz, Stellplätze oder die Art der baulichen Nutzung berührt sind |
| Thüringen | § 59 ThürBO | § 60 Abs. 2 ThürBO, entsprechend der Regelung in Sachsen-Anhalt | In der Regel genehmigungspflichtig; Satzungserfordernisse bleiben ausdrücklich unberührt |
Für Niedersachsen ist die Rechtsprechung besonders deutlich. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat am 21. November 2023, Aktenzeichen 1 ME 119/23, festgestellt, dass eine alte Baugenehmigung, die auf „Wohnung“ lautet, die Ferienwohnnutzung nicht abdeckt, weil der Begriff des Wohnens in der Baunutzungsverordnung von 1977 die Vermietung an wechselnde Feriengäste nicht umfasste. In dieselbe Richtung geht der Beschluss vom 26. Juli 2021, Aktenzeichen 1 LA 58/21, zur kurzfristigen Vermietung an ständig wechselnde Gäste. Eine alte Wohnungsbaugenehmigung schützt also nicht.
3. Welterbe-Auflagen in Quedlinburg und Goslar
In beiden Welterbestädten kommt zur Baugenehmigung eine zweite Genehmigungsebene hinzu.
Erhaltungsgenehmigung nach § 172 BauGB
Die Erhaltungssatzung für das Erhaltungsgebiet Innenstadt ist seit dem 29. Januar 2012 in Kraft. In ihrem Geltungsbereich bedürfen Rückbau, Änderung und ausdrücklich auch die Nutzungsänderung baulicher Anlagen einer Genehmigung. Die Umwandlung Wohnung zu Ferienwohnung braucht dort also zusätzlich zur Baugenehmigung eine Erhaltungsgenehmigung. Für den Ortsteil Gernrode gilt eine eigene Erhaltungssatzung.
Dazu kommt die Gestaltungssatzung Altstadt, deren Neufassung der Stadtrat am 5. Dezember 2024 beschlossen hat. Sie bindet jede Sanierung an Vorgaben zu Fenstern, Dach, Fassade und Werbung.
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung der Welterbestadt Quedlinburg
Ensembleschutz nach § 3 NDSchG
Das gesamte Areal innerhalb der historischen Stadtbefestigung steht als Ensemble unter Denkmalschutz; die Stadt Goslar ist zugleich untere Denkmalschutzbehörde. Jede Veränderung an Substanz und Erscheinungsbild ist denkmalschutzrechtlich genehmigungspflichtig, auch bei der Sanierung einer Ferienwohnung.
Ergänzend gilt die Werbeanlagensatzung Altstadt vom 5. Juni 2012. Anlagen unter einem Quadratmeter brauchen im Geltungsbereich eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung, größere zusätzlich eine baurechtliche.
Eine Fremdenverkehrssatzung nach § 22 BauGB, die die Begründung von Wohnungseigentum unter Genehmigungsvorbehalt stellt, ist für keine der geprüften Harz-Gemeinden auffindbar.
4. Zweitwohnungssteuer: der Praxispunkt für Kapitalanleger
Rechtsgrundlage ist jeweils die örtliche Aufwandsteuer nach Artikel 105 Abs. 2a Grundgesetz in Verbindung mit dem Kommunalabgabengesetz des Landes.
| Gemeinde | Bemessung und Satz | Reine Kapitalanlage |
|---|---|---|
| Goslar | 17,9 Prozent der Nettokaltmiete, bei Selbstnutzung der ortsüblichen Miete. Satzung vom 17. November 2020. | Ausdrücklich befreit. § 4 Abs. 6 setzt den Nutzungsfaktor auf 0 Prozent bei ganzjähriger Vermietung, bei einem Vermittlungsvertrag, der die Eigennutzung ausschließt, und bei nachgewiesener reiner Kapitalanlage. Gestaffelt wird ab 126 und ab 156 Vermietungstagen. |
| Quedlinburg | 2,00 bis 4,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, gestaffelt nach Ausstattung und ganzjähriger Nutzbarkeit. Satzung in Kraft seit 1. Januar 2016. | Ausdrücklich befreit nach § 2 Abs. 6 lit. b, wenn die Wohnung ganzjährig zur Vermietung bereitsteht oder der Eigentümer sie nicht länger als vier Wochen im Jahr selbst nutzt. |
| Bad Harzburg | 8,70 Euro multipliziert mit dem Messbetrag aus Wohnfläche, Wohnwertfaktor und Gebäudefaktor. Satzung vom 27. Februar 2020. | Keine ausdrückliche Regelung. Steuergegenstand ist nur die Wohnung, über die jemand für die eigene Lebensführung verfügen kann; bei vertraglich ausgeschlossener Eigennutzung fehlt es damit bereits am Steuertatbestand. |
| Wernigerode mit Schierke | Keine Zweitwohnungssteuer. Die Schierker Satzung wurde durch die Aufhebungssatzung des Stadtrats vom 10. Dezember 2009 aufgehoben. | Entfällt. |
| Braunlage | Der Rat hat am 29. Oktober 2024 eine vollständig neue Satzung erlassen, nachdem ein Gericht die Vorgängersatzung wegen unzureichender Berechnungsgrundlagen aufgehoben hatte. Sie stellt auf Bodenrichtwerte und Fläche ab. | Den Steuersatz nennen wir hier bewusst nicht. Die Satzung liegt nur als Scan ohne Textebene vor und war nicht auslesbar. Vor einer Kalkulation beim Steueramt Braunlage erfragen. |
Die Aufwandsteuer setzt einen Aufwand für die persönliche Lebensführung voraus. Eine Wohnung, die reine Kapitalanlage ist, unterliegt ihr nicht. Goslar und Quedlinburg haben diesen Grundsatz ausdrücklich in ihre Satzung geschrieben. Für Eigentümer, die über eine Verwaltung mit vertraglichem Eigennutzungsausschluss vermieten, ist die Zweitwohnungssteuer dort null. Drei Rechenbeispiele zeigen die Größenordnung: In Goslar kostet eine 60 Quadratmeter große Wohnung bei einer ortsüblichen Nettokaltmiete von 7,50 Euro je Quadratmeter 966,60 Euro im Jahr, mit Eigennutzungsausschluss 0 Euro. In Quedlinburg sind es bei Vollausstattung 270 Euro im Jahr, als nachgewiesene Kapitalanlage 0 Euro. In Bad Harzburg ergeben 60 Quadratmeter bei einem Wohnwertfaktor von 1,5 einen Betrag von 783 Euro im Jahr.
Primärquellen: Satzung Goslar · Satzung Quedlinburg · Satzung Bad Harzburg · Aufhebungssatzung Wernigerode.
5. Kurabgabe: wer sie schuldet, wer sie einzieht, wann sie fällig wird
Rechtsgrundlage sind § 10 NKAG in Niedersachsen, § 9 KAG LSA in Sachsen-Anhalt und das Thüringer Kommunalabgabengesetz in Verbindung mit dem Thüringer Kurortegesetz. Voraussetzung ist stets die staatliche Anerkennung als Kur- oder Erholungsort.
- Abgabengläubiger ist immer die Gemeinde, nicht eine Kurverwaltung. Die Gemeinde kann die Einziehung an eine eigene Gesellschaft übertragen, etwa an die GOSLAR marketing gmbh, die Bodetal Tourismus GmbH oder die Wernigerode Tourismus GmbH.
- Der Rhythmus ist nicht durchgängig monatlich. Braunlage verlangt von Wohnungsgebern am elektronischen Meldeverfahren, die Gastdaten bei Anreise zu erfassen, sofort zu übertragen und die Beitragspflichtigen binnen drei Tagen zu melden. Nur wer am monatlichen Abrechnungssystem teilnimmt, gibt die Meldescheine bis zum fünften Werktag des Folgemonats ab und zahlt binnen sieben Tagen nach Rechnungserhalt. Wernigerode lässt private Vermieter quartalsweise bis zum 15. Kalendertag nach Quartalsende abrechnen, gewerbliche monatlich bis zum 15.
- Der Vermieter haftet. Nach § 7 Abs. 9 der Braunlager Gästebeitragssatzung kann sich die Stadt bei rückständigen Beiträgen an den Gast oder an den Wohnungsgeber halten. Dazu kommt ein tagesaktuelles, kontrollfähiges Gästeverzeichnis, das vier Jahre aufzubewahren ist.
- Der Tourismusbeitrag trifft die Betriebe, nicht die Gäste. In Niedersachsen dürfen ihn nach § 9 NKAG nur staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte erheben; er erfasst auch private Ferienwohnungsvermieter. Belegt ist er für Bad Harzburg, Braunlage und Hahnenklee. Für die Harz-Gemeinden in Sachsen-Anhalt und Thüringen ist keine solche Satzung auffindbar.
Primärquellen: Gästebeitragssatzung Braunlage · Kurtaxsatzung Wernigerode · Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt zu den anerkannten Kur- und Erholungsorten.
6. Meldeschein und EU-Verordnung
Der Meldeschein gilt nur noch für einen Teil der Gäste
Nach § 29 Abs. 2 Satz 1 Bundesmeldegesetz in der Fassung des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes muss einen besonderen Meldeschein nur noch ausfüllen und unterschreiben, wer keine deutsche Staatsangehörigkeit hat. Maßgeblich ist die Staatsangehörigkeit, nicht der Wohnsitz: Ein in Deutschland lebender Gast ohne deutschen Pass ist meldescheinpflichtig, ein im Ausland lebender Deutscher nicht. Aufbewahrt wird ein Jahr nach Abreise.
Die Erleichterung gilt nur melderechtlich. Braunlage und Wernigerode verlangen für die Kurabgabe weiterhin von jedem Gast Name, Geburtsdatum, Anschrift der Hauptwohnung sowie An- und Abreisetag.
EU-Kurzzeitvermietungsverordnung 2024/1028
Die Verordnung ist ab dem 20. Mai 2026 anzuwenden; in Deutschland flankiert sie das Kurzzeitvermietungs-Datenaustauschgesetz mit der Bundesnetzagentur als zentraler Datenschnittstelle. Zuständig für Einführung und Betrieb von Registrierungsverfahren bleiben Länder und Kommunen.
Eine pauschale Registrierungspflicht für alle Ferienwohnungen entsteht dadurch nicht. Sie greift nur dort, wo eine Kommune ein EU-konformes Verfahren eingeführt hat. Der Deutsche Ferienhausverband hat das am 12. Februar 2026 ausdrücklich klargestellt. Für keine Harz-Kommune ist ein solches Verfahren belegbar, was zur Lage beim Zweckentfremdungsrecht passt.
Was der Harz bietet und was er verloren hat
Ein Eigentümer braucht beide Spalten. Die linke zeigt, warum der Harz auch ohne Meer und ohne Schneesicherheit ganzjährig gebucht wird. Die rechte zeigt, was in den letzten Jahren tatsächlich verloren gegangen ist. Beide Listen enthalten nur Punkte, die sich belegen lassen.
Was trägt
Zehn Punkte, die Gäste ganzjährig in den Harz bringen
Brocken und Harzer Schmalspurbahnen
140 Kilometer Schmalspurnetz, das längste Deutschlands, mit 1,14 Millionen Fahrgästen im Jahr 2024 und über 1,1 Millionen im Jahr 2025. Zwei Drittel des Verkehrs entfallen auf die Brockenstrecke.
Nationalpark Harz
Seit 2006 der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands, 247,03 Quadratkilometer groß, eingebettet in den rund 790 Quadratkilometer großen Naturpark Harz.
UNESCO-Welterbe Goslar
Bergwerk Rammelsberg und Altstadt seit 1992, Oberharzer Wasserwirtschaft seit 2010. Die Stätte umfasst 220 Quadratkilometer; allein in Goslars Altstadt stehen rund 1.500 Fachwerkgebäude.
UNESCO-Welterbe Quedlinburg
Stiftskirche, Schloss und Altstadt seit 1994. Der Stiftsberg ist nach jahrelanger Sanierung seit dem 28. März 2026 wieder zugänglich, das neu gestaltete Schlossmuseum öffnet am 3. Oktober 2026.
Wernigerode
Das Schloss zählte 2025 rund 281.000 Besucher, den höchsten Wert seit 1990, und liegt damit auf Rang drei der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Sachsen-Anhalts.
Rübeländer Tropfsteinhöhlen
Baumannshöhle und Hermannshöhle, die größten Schauhöhlen des Harzes. Der Goethesaal in der Baumannshöhle ist eine unterirdische Naturbühne. Die Öffnungszeiten sind saisonal getaktet.
Hexentanzplatz Thale
Die Kabinenseilbahn überwindet 244 Höhenmeter ins Bodetal. Die Sanierung von Hexentanzplatz und Bergtheater mit rund 27 Millionen Euro Volumen wurde Mitte 2025 abgeschlossen.
Harzer-Hexen-Stieg
Fernwanderweg von Osterode über den Brocken nach Thale, 94 Kilometer direkt und 107 Kilometer mit der Brockenumgehung, eröffnet am 3. Oktober 2003. Etappen beim Harzer Tourismusverband
Harzer Wandernadel mit Stempelstellen
222 Stempelstellen in drei Bundesländern und fünf Landkreisen; 2026 besteht sie seit 20 Jahren. Das Sammeln bringt Wiederholungsbesuche über das ganze Jahr. Harzer Wandernadel
HATIX als Gästeticket ohne Aufpreis
Das Harzer Urlaubs-Ticket ist im Gästebeitrag enthalten und muss nicht gekauft werden. Es gilt im gesamten Verbundgebiet und seit dem 1. Januar 2026 auch in Regionalzügen. Diese Erweiterung ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet.
Was weggefallen ist
Acht Punkte, die auf keiner Werbeseite stehen und trotzdem zur Kalkulation gehören
Über 3.000 Betten weniger
Im sachsen-anhaltischen Harz sind binnen fünf Jahren über 3.000 Betten verschwunden, vor allem bei kleinen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Die Übernachtungen lagen 2024 rund 1,3 Prozent unter dem Vorjahr.
Kürzere Aufenthalte
Im niedersächsischen Harz ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,4 Nächten im Jahr 2019 auf 3,1 Nächte im Jahr 2025 gesunken. Die Ankünfte liegen 4,4 Prozent über 2019, die Übernachtungen 4,9 Prozent darunter.
Wintersport: 45 statt 138 Skitage
Der Wurmberg als größtes Skigebiet der Region erreichte in der Saison 2024/25 nur 45 Skitage mit rund 77.000 Besuchern. Das Wirtschaftlichkeitsgutachten zum Ausbau von 2013 hatte bis zu 138 Betriebstage unterstellt.
Zwei stillstehende Wintersportprojekte
Der Sonnenblick-Lift bei Sankt Andreasberg ist seit Jahren defekt, ein Rückbau steht im Raum. Das Schierker Seilbahnprojekt läuft seit dem 10. Dezember 2015 im Verfahren; der Investor stieg 2021 aus, gebaut wurde bis heute nichts.
Harzer Schmalspurbahnen unter Druck
Minus 2,4 Millionen Euro im Jahr 2023 und minus 5,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Selketalbahn wird ab Ende 2026 für mindestens fünf Jahre gesperrt. Die Brockenbahn wurde ab Oktober 2025 teurer: Hin- und Rückfahrt kosten 65 statt 57 Euro.
Geschlossene Ziele und gesperrte Wege
Die Burg Falkenstein war 2025 nach einem Mauerabsturz komplett geschlossen; 2024 hatte sie 65.766 Gäste. Das Bergtheater Thale war von 2020 bis zur Wiedereröffnung im Frühjahr 2025 zu. Dazu kommen der Waldbrand am Königsberg im September 2024 und mehrere Wegsperrungen, darunter der Eckerlochstieg seit dem 31. Mai 2025.
Ilfeld hat sein Prädikat verloren
Der thüringische Harzort war jahrzehntelang staatlich anerkannter Erholungsort. Eine Erneuerung wurde nicht beantragt. Ohne Anerkennung entfällt die Grundlage für die Kurabgabe.
Der Wald
Über 11.600 Hektar Fichtenwald sind im Nationalpark seit 2018 verloren, rund 90 Prozent des früheren Fichtenbestands sind abgestorben. Die Niedersächsischen Landesforsten führen rund 30.000 Hektar Schadfläche, gesichert sind 105 Millionen Euro bei einem Horizont von 25 bis 40 Jahren. In Sachsen-Anhalt sind die Kahlflächen erstmals wieder gesunken, auf 14.800 Hektar.
Zum Wald noch einmal ausdrücklich: Er steht in der rechten Spalte, weil der Verlust real ist und das Landschaftsbild für die gesamte Haltedauer einer Immobilie prägt. Er steht dort nicht als Erklärung für die Buchungszahlen. Diesen Zusammenhang geben die vorliegenden Daten nicht her, und die Region macht den Waldwandel seit Jahren selbst zum Thema, etwa mit der Initiative des Harzer Tourismusverbandes „Der Wald ruft“. Für die Vermarktung heißt das: Das Versprechen verschiebt sich vom geschlossenen Fichtenwald hin zu Städten, Welterbe, Bergbaugeschichte und Naturbeobachtung.
Quellen: Harzer Tourismusverband · Nationalpark Harz · Deutsche UNESCO-Kommission · Welterbestadt Quedlinburg · Bodetal Tourismus GmbH · Goslarsche Zeitung · Volksstimme · radio SAW · Harzer-Roller · Tourismus-Fact Sheet Harz des Tourismusnetzwerks Niedersachsen, Stand 30. Juli 2026. Recherchestand 18. August 2026.
Wer in den Harz kommt
Diese Seite wäre unvollständig ohne die Frage, wer eigentlich in den Harz kommt. Die belastbarste Auswertung dazu liegt für den niedersächsischen Teil vor. Sie enthält den wichtigsten Befund für Eigentümer gleich zu Beginn.
Ferienhäuser und Ferienwohnungen
21 Prozent
Anteil an den Übernachtungen im niedersächsischen Harz, gegenüber 17 Prozent in Niedersachsen insgesamt. Das Segment ist hier überdurchschnittlich stark.
Saisonalitätsindex
0,13
gegenüber 0,2 für Niedersachsen insgesamt. Je niedriger der Wert, desto gleichmäßiger verteilt sich die Nachfrage über das Jahr.
Sommer zu Winter
58 : 42
Verteilung der Übernachtungen auf April bis September und Oktober bis März. Der Harz ist ein Ganzjahresziel, und das senkt das Leerstandsrisiko.
Das ist das stärkste Marktargument dieser Seite. Ein Ferienobjekt im Harz bedient ein Segment, das hier einen größeren Anteil hält als im Land insgesamt, und es arbeitet in einer Region ohne enges Saisonfenster. Ein wichtiger Vorbehalt gehört dazu: Die 42 Prozent Winteranteil messen alle Übernachtungen von Oktober bis März, nicht den Wintersport. Der Harz ist ganzjährig gefragt, aber nicht wegen des Skibetriebs. Alle drei Werte beziehen sich auf den niedersächsischen Harz, für den diese Auswertung vorliegt.
Wie sich die Übernachtungen auf die Unterkunftsarten verteilen
Niedersächsischer Harz gegenüber Niedersachsen insgesamt, Jahr 2025. Die Werte stammen aus einer gestapelten Darstellung und sind als Größenordnung belastbar, nicht auf die Nachkommastelle.
| Unterkunftsart | Anteil im Harz | Anteil in Niedersachsen |
|---|---|---|
| Hotel | 35 % | 28 % |
| Hotel garni | 7 % | 10 % |
| Gasthof | 2 % | 3 % |
| Pension | 5 % | 3 % |
| Erholungs- und Ferienheim | 5 % | 4 % |
| Ferienhaus und Ferienwohnung | 21 % | 17 % |
| Reha-Klinik | 8 % | 11 % |
| Campingplatz | 12 % | 14 % |
Die Eckdaten des niedersächsischen Harzes 2025
Erfasst sind der Landkreis Goslar, der Altkreis Osterode am Harz sowie einige angrenzende Gemeinden.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Übernachtungen 2025 | 3.757.260 | plus 1,1 Prozent gegenüber 2024 |
| Ankünfte 2025 | 1.224.513 | plus 3,1 Prozent gegenüber 2024 |
| Aufenthaltsdauer | 3,1 Nächte | 2019 waren es 3,4 Nächte |
| Geöffnete Betriebe | 509 | 2021 waren es 339 |
| Auslandsübernachtungen | 323.483 | 8,6 Prozent aller Übernachtungen |
| Tourismusintensität | 15.669 | Übernachtungen je 1.000 Einwohner |
Die Ankünfte liegen 4,4 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2019, die Übernachtungen 4,9 Prozent darunter. Quelle: Tourismus-Fact Sheet Harz des Tourismusnetzwerks Niedersachsen auf Basis des Landesamts für Statistik Niedersachsen, Stand 30. Juli 2026.
Wer tatsächlich kommt
Vier Reisemotive tragen die Nachfrage
Wandern mit Harzer-Hexen-Stieg, Karstwanderweg Südharz, Harzer Baudenstieg und mehreren Premiumwegen. Rad und Mountainbike mit der Volksbank Arena Harz und ihren 74 Rundrouten. Kur und Gesundheit mit zehn staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten allein im niedersächsischen Teil und Reha-Kliniken, die 8 Prozent der Übernachtungen ausmachen. Und Städte- und Kulturtourismus mit drei Welterbestätten.
Ausländische Quellmärkte sind eng
Von 323.483 Auslandsübernachtungen 2025 entfielen 114.526 auf die Niederlande und 108.880 auf Dänemark, zusammen rund 69 Prozent. Polen folgt mit 13.699. Der Auslandsanteil insgesamt liegt bei 8,6 Prozent. Für die Vermarktung heißt das: Deutsche Quellmärkte tragen das Geschäft, niederländische und dänische Gäste lohnen gezielte Ansprache, weiter entfernte Märkte nicht.
Was der Harz nicht liefert
Kein Meer und keinen Strand. Keine Schneesicherheit, siehe die 45 Skitage am Wurmberg. Keine langen Aufenthalte, der Schnitt liegt bei 3,1 Nächten. Keinen nennenswerten Fernreisemarkt. Und kein Luxussegment im Alpenformat: Die Nachfrage verteilt sich auf Hotel, Ferienwohnung, Camping und Reha.
Was daraus für ein Objekt folgt
Ein Harz-Objekt lebt von Wiederholungsbesuchen, Kurzaufenthalten und einer sauber gepflegten Ganzjahresverfügbarkeit. Wer die Wintersaison als tragende Säule kalkuliert, rechnet gegen die Betriebsdaten. Wer April bis Oktober konsequent bespielt und den Dezember als besten Wintermonat mitnimmt, trifft die reale Nachfragekurve.
Was wir nicht wissen und deshalb nicht behaupten
- Alters- und Herkunftsstruktur der Ferienwohnungsgäste im Harz. Die einzige belastbare Primärerhebung stammt aus 2012 und 2013 und betrifft Besucher des Nationalparks, nicht Gäste von Ferienwohnungen. Wir übertragen sie deshalb nicht.
- Harzspezifische Zahlen zum Fachkräftemangel im Gastgewerbe. Belegbar sind nur Bundeswerte.
- Kurabgabe in den thüringischen Harzorten. Für Nordhausen, Harztor mit Ilfeld und die Landgemeinde Südharz ist keine geltende Satzung auffindbar.
- Die Brandfläche des Waldbrands am Königsberg im September 2024 in Hektar. Der Landkreis Harz hat nur eine Brandlänge von 300 Metern genannt.
- Eine Wochenmietenreihe für Ferienwohnungen im Harz über zehn Jahre. Sie existiert in keiner amtlichen und keiner frei zugänglichen Quelle.
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