Ferienhausverwaltung Allgäu
Unsere Deutschland-Zentrale in Rostock verwaltet Ihre Objekte mit regionalen Partnern vor Ort. Von Oberstdorf über Füssen bis Bad Hindelang verwalten wir Ferienobjekte mit der gleichen Sorgfalt, die Sie von Ihrem eigenen Zuhause erwarten würden.
Was Favorent-Objekte im Allgäu erreichen
Wie sich das Allgäu über das Jahr verteilt
Auslastungs-Profil Allgäu
Jahresverlauf der Bettenauslastung in Prozent. Form aus den amtlichen Monatswerten der Region 2025, Höhe aus dem Segmentwert für Ferienhäuser und Ferienwohnungen. Herleitung siehe unter der Grafik.
Wie diese Kurve zustande kommt: Die Form stammt aus den amtlichen Monatswerten der sieben Allgäuer Gebietskörperschaften für 2025, bettengewichtet zu einem Regionswert von 46,8 Prozent zusammengefasst. Die Höhe stammt aus dem Segmentwert für Ferienhäuser und Ferienwohnungen, der amtlich nur als bayerischer Landeswert vorliegt (34,3 Prozent); ein Allgäuer Segmentwert existiert auf keiner Ebene. Beide Bestandteile sind belegt, die Zusammenführung ist unsere eigene Konstruktion. Der Winterberg im Februar ist amtlich und wird von den Bergkreisen getragen: im Unterallgäu steigt die Kurve monoton bis August durch, in Lindau liegt der März über dem Februar.
Regionale Besonderheit
Oberstdorf hat den Kurbeitrag zum 20.12.2025 von 3,80 auf 4,70 Euro je Person und Tag angehoben, ein Plus von 23,7 Prozent, und im selben Zug die Freigrenze für Kinder von der Vollendung des 12. auf die des 9. Lebensjahres gesenkt. Damit liegt Oberstdorf an der Spitze der 26 geprüften Allgäuer Orte; die Spanne beginnt bei 1,00 Euro in Bad Grönenbach. In vielen Orten enthält der Allgäu-Walser-Pass den MOBIL PASS ALLGÄU für kostenfreie Fahrten mit Bussen und Nahverkehrszügen; welche Leistungen dazugehören, hängt allerdings vom Ort ab. Die KönigsCard ist kein kommunales Angebot, sondern das Produkt eines Unternehmens in Lengenwang. Sie wirbt mit über 200 Erlebnissen und ist nicht kostenlos: Die Stadt Füssen schreibt, die Kosten seien abhängig von der Unterkunft.
Saisonfenster
Zwei Fenster tragen das Jahr. Der Sommer von Juni bis September ist die eigentliche Hauptsaison, mit dem August als stärkstem Monat. Dazu kommt ein deutlich kleinerer Winterberg von Dezember bis Februar, dessen Spitze im Februar liegt und der von den Bergkreisen getragen wird. Schwach sind März und April, am schwächsten ist der November. Der September hält sich dabei über dem Mai und gehört preislich näher an den Sommer als an den Herbst; in der Nebensaison sichern wir die Grundauslastung durch gezielte Paarurlauber- und Wellness-Kampagnen.
ENTWICKLUNG 1983 BIS 2025
Dreißig Jahre Ferienunterkunft im Allgäu
Zwei Reihen, zwei Geschichten: Bayern erreicht 2025 seinen historischen Höchststand, das Allgäu bleibt unter seinem Wert von 2019. Was dazwischen passiert ist, betrifft Eigentümer unmittelbar.
Wer die Entwicklung des Allgäuer Beherbergungsmarktes über dreißig Jahre nachzeichnen will, stößt gleich zu Beginn auf eine Grenze. Für Bayern insgesamt reicht die amtliche Reihe des Landesamts für Statistik bis 1983 zurück. Für die Tourismusregion Allgäu beginnt das Archiv erst mit dem Berichtsjahr 2010. Das sind 43 Jahre auf Landesebene und sechzehn Jahre für die Region. Wir schreiben das an den Anfang, weil jede Zahl weiter unten daran hängt: Der lange Bogen ist bayerisch, der regionale Ausschnitt ist kürzer und dafür genau.
Die bayerische Kurve setzt 1983 bei 60.744.462 Übernachtungen an. Bis 1991 klettert sie auf 82.084.413, ein Zuwachs von 35,13 Prozent. Danach folgt ein Jahrzehnt, das in Jubiläumsbroschüren selten vorkommt. Bis 1997 fällt der Wert auf 70.791.859 zurück, also um 13,76 Prozent. Der Grund ist bemerkenswert: Die Ankünfte lagen 1997 praktisch auf dem Niveau von 1991. Verloren gingen nicht die Gäste, sondern die Nächte je Gast.
Von dort an geht es lange nach oben. 2019 stehen 100.911.480 Übernachtungen in der Statistik, 42,55 Prozent mehr als 1997. Corona bricht die Reihe 2020 auf 59.962.427 ein, ein Minus von 40,58 Prozent binnen eines Jahres. Und 2025 erreicht Bayern mit 102.918.571 Übernachtungen den höchsten Wert seiner gesamten Reihe.
Genau hier trennen sich Land und Region. Das Allgäu hat an diesem Rekord nicht teilgenommen. Sein Höchststand liegt im Jahr 2019 mit 13.615.736 Übernachtungen. 2025 sind es 13.517.226 und damit 0,72 Prozent weniger; bei den Ankünften beträgt der Abstand 1,41 Prozent. Der Anteil des Allgäus an den bayerischen Übernachtungen ist von 13,39 Prozent im Jahr 2010 auf 13,13 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Kein Absturz, aber eben auch kein Boom.
Ein Wort zur Grundlage dieser Zahlen, weil sie selten so sauber ist. Die Tourismusregion Allgäu deckt sich in der amtlichen Statistik exakt mit sieben Gebietskörperschaften: den Landkreisen Oberallgäu, Ostallgäu, Unterallgäu und Lindau sowie den kreisfreien Städten Kempten, Kaufbeuren und Memmingen. Die Summe dieser sieben trifft den Regionswert in allen sechzehn Jahren auf die Einheit genau. Lindau gehört damit statistisch zum Allgäu und nicht zum Bodensee. Das Kleinwalsertal wiederum gehört zu Österreich und steckt in keiner dieser Zahlen.
Spannender als das Niveau ist die Struktur dahinter. Zwischen 2010 und 2025 stiegen die Übernachtungen um 30,15 Prozent, die Ankünfte sogar um 55,05 Prozent. Die Bettenzahl blieb in denselben fünfzehn Jahren praktisch unverändert, sie sank um 0,98 Prozent. Die Zahl der Betriebe fiel dagegen um 10,36 Prozent. Das Wachstum kam also vollständig aus besserer Auslastung und nicht aus Neubau.
Auf das einzelne Bett heruntergerechnet wird der Befund greifbar. 2010 entfielen auf ein Bett 147,6 belegte Nächte im Jahr, 2025 sind es 194,0 und damit 31,4 Prozent mehr. Gleichzeitig sank die Aufenthaltsdauer von 4,0 auf 3,4 Tage, und die mittlere Betriebsgröße wuchs von 33,0 auf 36,4 Betten. Mehr Gäste, kürzer, öfter, in weniger und größeren Häusern.
Und wer hat dabei verloren? Die Eigenerhebung des Tourismusverbands beantwortet das ziemlich unmissverständlich. Von 2019 bis 2024 legte die gewerbliche Beherbergung um 5,6 Prozent an Betten zu. Die private Vermietung verlor 3,1 Prozent, Urlaub auf dem Bauernhof sogar 17,5 Prozent. Über den längeren Zeitraum von 2003 bis 2019 weist dieselbe Quelle einen Rückgang der Privatvermieter um 38 Prozent aus.
Klaus Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben, fasst die Bilanz 2024 selbst so zusammen: „Das sind doppelt so viele Gäste wie vor 20 Jahren und über ein Drittel mehr Nächtigungen, wobei sich gleichzeitig die Bettenkapazität um zehn Prozent verringert hat.“ Wie kleinteilig dieser Markt trotzdem geblieben ist, zeigt Oberstdorf: rund 10.000 Einwohner und 2.400 Vermietungsbetriebe.
Der letzte Punkt ist der unangenehmste, und er ist ganz frisch. Bayern hat die Kleinbeherbergungsstatistik zum Berichtsjahr 2025 eingestellt. 2024 ist das letzte Jahr, für das Zahlen zu Betrieben unter zehn Betten überhaupt existieren. Das trifft das Allgäu härter als jede andere bayerische Region. Es stellte 40,5 Prozent der gesamten bayerischen Kleinbeherbergung, aber nur 13,0 Prozent der Statistik ab zehn Betten. Der Faktor beträgt 3,11.
Konkret verschwinden damit mindestens 20,2 Prozent des Allgäuer Übernachtungsvolumens aus der amtlichen Statistik; bayernweit sind es 7,5 Prozent. Es ist dabei eine Untergrenze, denn erfasst waren ohnehin nur 45 der 147 Gemeinden, nämlich die prädikatisierten. Die Aufenthaltsdauer lag in diesem Kleinsegment zuletzt bei 6,12 Tagen gegen 3,4 Tage in der Hauptstatistik. Das ist exakt das Profil der klassischen Ferienwohnung.
Dabei trennt die Zehn-Betten-Schwelle zwei Welten, die man nicht unkommentiert nebeneinanderstellen darf. Die amtliche Beherbergungsstatistik erfasst nur Häuser ab zehn Gästebetten. Alles darunter, also der Kern der Allgäuer Privatvermietung, tauchte immer nur in einer Nebenerhebung auf. Wer Zahlen aus beiden Welten mischt, ohne das dazuzusagen, rechnet mit zwei verschiedenen Maßstäben.
Für Eigentümer ergibt sich daraus eine ziemlich klare Lage. Der Markt, in dem eine Ferienwohnung im Allgäu steht, ist größer als die Zahlen, die künftig veröffentlicht werden. Das Angebot in genau diesem Segment schrumpft seit Jahren, während die Nachfrage stabil bleibt. Wer sein Objekt professionell bewirtschaftet, arbeitet in einem Markt mit sinkendem Wettbewerbsdruck.
+30,15 %
Übernachtungen in der Region Allgäu, 2010 bis 2025
−0,98 %
Betten im selben Zeitraum. Das Wachstum kam aus der Auslastung.
194,0
belegte Nächte je Bett und Jahr, 2025. 2010 waren es 147,6.
Acht Marken, an denen sich die Reihe festmachen lässt
- 1983Bayern zählt 60.744.462 Übernachtungen. Hier beginnt die amtliche Reihe.
- 1991Höchststand vor der Wende-Delle: 82.084.413 Übernachtungen in Bayern.
- 1997Tiefpunkt des verlorenen Jahrzehnts: 70.791.859, ein Minus von 13,76 Prozent.
- 2003 bis 2019Die Zahl der Privatvermieter im Allgäu sinkt um 38 Prozent.
- 2010Die Abschneidegrenze steigt von neun auf zehn Betten. Die Regionsreihe beginnt hier.
- 2019Höchststand des Allgäus: 13.615.736 Übernachtungen.
- 2020Einbruch auf 9.932.280 Übernachtungen, ein Minus von 27 Prozent.
- 2025Bayern erreicht seinen Rekord, das Allgäu bleibt 0,72 Prozent unter 2019. Und die kleinen Quartiere werden nicht mehr gezählt.
Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistischer Bericht G IV 1 m (Kennziffer G4100C), Tabellen 1, 4 und 6, Ausgaben 2010 bis 2025; Kennziffer 0404, Ankünfte und Übernachtungen seit 1983 sowie Gästeübernachtungen in den prädikatisierten Gemeinden 2024. Segmentwerte und Zitat: Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben, Tourismusbericht 2024 (freiwillige Eigenerhebung). Die Aufteilung der Kleinbeherbergung auf das Allgäu ist eine eigene Rechnung aus der amtlichen Gemeindetabelle.
ZEHN JAHRE IN ZAHLEN
Zehn Jahre in Zahlen
Vier Datenblöcke, jeder mit seiner Quelle. Wo eine Zahl eine eigene Rechnung ist, steht das dabei.
Übernachtungen, Ankünfte und Kapazität, 2016 bis 2025
| Jahr | Ankünfte | Übernachtungen | Betten | Betriebe |
|---|---|---|---|---|
| 2016 | 3.603.471 | 12.598.143 | 68.093 | 1.906 |
| 2017 | 3.797.091 | 12.916.537 | 68.383 | 1.937 |
| 2018 | 3.973.873 | 13.446.798 | 68.887 | 1.916 |
| 2019 | 4.049.372 | 13.615.736 | 69.403 | 1.931 |
| 2020 | 2.496.966 | 9.932.280 | keine Angabe | keine Angabe |
| 2021 | 2.294.269 | 9.435.176 | 67.469 | 1.869 |
| 2022 | 3.569.598 | 12.876.729 | 69.164 | 1.899 |
| 2023 | 3.844.977 | 13.312.514 | 69.005 | 1.888 |
| 2024 | 3.920.517 | 13.375.472 | 67.607 | 1.874 |
| 2025 | 3.992.327 | 13.517.226 | 69.667 | 1.912 |
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, G4100C, Tabelle 4 (Zeile T21 Allgäu) und Tabelle 6, Dezember-Ausgaben 2016 bis 2025. Die kursiven Zeilen 2020 und 2021 sind Corona-Jahre und taugen nicht als Trend. Für 2020 stehen bewusst keine Betten- und Betriebszahlen: Im zweiten Lockdown galten geschlossene Häuser nicht als geöffnet, weshalb die Statistik nur gut die Hälfte der Betten und kaum mehr als die Hälfte der Betriebe auswies. Das ist kein Kapazitätsabbau, sondern ein Erhebungsartefakt, und als Zahl wäre es irreführend.
Bettenauslastung der Region, 2016 bis 2025
Bettengewichtetes Mittel der amtlichen Kreis-Jahreswerte aus G4100C, Tabelle 6, Spalte 21. Das Landesamt veröffentlicht für Tourismusregionen nur im Jahresheft einen eigenen Auslastungswert. Genau dort lässt sich unsere Methode prüfen: Sie reproduziert die amtlichen Regionswerte für 2023 (46,0 Prozent) und 2024 (46,4 Prozent) exakt. Der Wert für 2025 (46,8 Prozent) bleibt trotzdem als eigene Rechnung gekennzeichnet, bis das Eckdatenheft für 2025 erscheint. Die hellen Balken 2020 und 2021 sind Corona-Jahre; dort schrumpfte mit den geöffneten Betrieben auch der Nenner.
Kurbeitrag: was der Gast je Nacht zahlt
| Ort | Satz | Anmerkung | Stand |
|---|---|---|---|
| Bad Grönenbach | 1,00 € | Gleicher Satz in beiden Kurbezirken. Einziger Ort mit Freigrenze bis 18. | 01.01.2025 |
| Roßhaupten | 1,15 € | ab vollendetem 16. Lebensjahr | Fassung 2012 |
| Rieden am Forggensee | 1,20 € | ab vollendetem 16. Lebensjahr | Fassung 2014 |
| Halblech | 1,40 € / 1,25 € | Saisonstaffel: Mai bis September teurer als Oktober bis April | 01.01.2024 |
| Schwangau | 1,90 € | ab 16 Jahren | 01.01.2020 |
| Nesselwang | 2,10 € / 1,90 € | Ortsbereich und Berggebiet Alpspitz | 01.12.2017 |
| Lindau (Bodensee) | 3,30 € / 2,20 € | Saisonstaffel: April bis Oktober gegen November bis März | 01.04.2021 |
| Bad Hindelang | 3,30 € / 3,80 € | Kurbezirk 2 (Oberjoch, Winter) ist teurer als Kurbezirk 1 | 01.11.2023 |
| Sonthofen | 3,50 € | ab vollendetem 6. Lebensjahr ermäßigt | 01.11.2025 |
| Oberstaufen | 3,50 € / 2,40 € | Kurbezirk 3 ist beitragsfrei | 01.12.2025 |
| Bad Wörishofen | 3,60 € / 1,80 € | Freigrenze bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres | 01.04.2025 |
| Fischen i. Allgäu | 3,80 € | voller Satz erst ab vollendetem 14. Lebensjahr | 01.12.2024 |
| Oberstdorf | 4,70 € / 4,15 € | höchster belegter Satz der Region | 20.12.2025 |
Quellen: Kurbeitragssatzungen der genannten Gemeinden, jeweils in der geltenden Fassung. Rechtsgrundlage ist Art. 7 des Bayerischen Kommunalabgabengesetzes; in Baden-Württemberg heißt die Abgabe Kurtaxe.
Parken an den Hotspots
| Ort | Tagestarif PKW | Quelle |
|---|---|---|
| Neuschwanstein und Hohenschwangau, P1 bis P4 | 12,00 € für 6 Stunden, höchstens 16,00 € | Betreiber |
| Nebelhornbahn Talstation, Oberstdorf | 15,00 €; 5,00 € mit Bergbahnticket, 3,00 € mit Saisonkarte | Betreiber |
| Ostrachtal Hinterstein „Auf der Höhe“, Bad Hindelang | 10,00 € | amtlich |
| Oberstaufen Ort, Tagesschein auf ausgewählten Flächen | 10,00 € | amtlich |
| Großer Alpsee an der B 308, Immenstadt | 8,00 € für 8 Stunden | amtlich |
| Hornbahn Bad Hindelang | 7,00 € | amtlich |
| Fellhorn, Söllereck, Kanzelwand und Ifen | 5,00 €; 3,00 € mit Saisonkarte | Betreiber |
| Breitachklamm, Parkplätze Tiefenbach und Walserschanz | 5,00 € | Betreiber |
| Iselerbahn Oberjoch, Bad Hindelang | 5,00 € | amtlich |
| Hochgratbahn, Oberstaufen-Steibis | 5,00 €; erste Stunde frei | Betreiber |
| Kleiner Alpsee und Freibad, Immenstadt | 4,00 € für 8 Stunden | amtlich |
| Alpsee Bergwelt, Immenstadt-Ratholz | 3,50 € | Betreiber |
Quellen: Parkgebührenordnungen der Städte und Märkte Immenstadt, Bad Hindelang und Oberstaufen sowie Preisangaben der jeweiligen Betreiber, abgerufen im August 2026.
PRESSESPIEGEL 2025 UND 2026
Was in den letzten zwei Jahren berichtet wurde
Acht Meldungen, die für Eigentümer von Ferienimmobilien einen Unterschied machen. Jede mit Medium, Datum und Link, jede Fundstelle einzeln abgerufen.
06.08.2026KreisboteParkraum
Neue Parkplatzgebühren in Füssen: Kleine Veränderungen sollen große Wirkung zeigen
Zum 01.07.2027 sollen die Stundentarife in der Innenstadt sinken, dafür wird künftig an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 19 Uhr kassiert. Auf den touristischen Flächen kostet das Tagesticket 7 Euro, in Hopfen am See 15 Euro an den zentralen Plätzen und 22 Euro direkt am Seeufer. Der endgültige Beschluss wurde auf den Herbst vertagt.
18.05.2026b4bschwaben.deBranche
Können junge Zielgruppen und höhere Auslastungen den Allgäu-Tourismus stärken?
Die Kooperation AllgäuTopHotels ist um rund 15 Prozent auf 88 Hotels und 38 Partnerbetriebe gewachsen; bis 2030 sollen es 100 Häuser sein. Als Schwerpunkte nennt der Verbund jüngere Zielgruppen, neue Quellmärkte und ausdrücklich eine bessere Wochentagsauslastung. Damit benennt die Hotellerie genau die Stellschraube, an der auch Ferienwohnungen ihren Ertrag heben.
05.03.2026KreisboteMarktzahlen
Oberstdorf blickt auf ein erfolgreiches Tourismusjahr 2025 zurück
Über 2,56 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 1,3 Prozent, bei gleichzeitig 15.648 Betten und damit 0,57 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Gesamtauslastung lag bei 44,8 Prozent, dem dritthöchsten Wert seit 1975. 64 Prozent der Übernachtungen entfielen auf das Sommerhalbjahr.
20.01.2026KreisboteWintersport
Neue Studie: Prognose für das Allgäu fällt nicht schlecht aus
Zur Klimastudie von Geosphere Austria und Deutschem Wetterdienst im Auftrag der Allgäuer Bergbahnen. Studienleiter Andreas Gobiet wird mit dem Satz zitiert, das Allgäu bleibe „auf absehbare Zeit schneesicher“. Die Zahlen darunter sind nüchterner: Bis 2054 rechnet die Studie mit 0,8 bis 1,1 Grad mehr im Winter und einer um rund 15 Prozent kürzeren Naturschneedecke, auf 900 Metern sogar um 20 Prozent.
03.12.2025KreisboteWirtschaftskraft
Neue Studie: Tourismus im Allgäu sichert über 57.000 Arbeitsplätze
Die dwif-Studie zum Basisjahr 2024 weist über 3,9 Milliarden Euro Bruttoumsatz, 1,9 Milliarden Euro Wertschöpfung und über 61,5 Millionen Aufenthaltstage aus. Aufschlussreich sind die Tagesausgaben: ein Übernachtungsgast lässt knapp 136 Euro am Tag da, ein Tagesreisender 32 Euro.
05.11.2025Schwäbische ZeitungNeuschwanstein und UNESCO
Was ist los beim Schloss Neuschwanstein, wo sind denn die Touristen?
Zwischenbilanz einige Monate nach der Welterbe-Ernennung: In Schwangau gingen die Übernachtungen um 1,5 Prozent und die Ankünfte um 3,5 Prozent zurück. Tourismusdirektor Florian Hoffrohne sagt wörtlich: „Es ist im Bezug auf die Zahlen alles wie vorher.“ Für Eigentümer ist der Titel damit ein Standortmerkmal, kein Renditeversprechen.
15.09.2025KreisboteKurbeitrag
Neue Kurbeitragssätze in Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu
Mit Wirkung zum 20.12.2025 kostet der Kurbeitrag in Kurbezirk I 4,70 Euro je Tag ab 17 Jahren und 3,90 Euro für 10- bis 16-Jährige; in Kurbezirk II sind es 4,15 beziehungsweise 3,55 Euro. Kinder bis 9 Jahre bleiben frei. Der angestrebte Kostendeckungsgrad steigt von 67 auf 78 Prozent.
13.08.2025KreisboteWohnraum und Steuern
Fast der bayerische Spitzenreiter: Füssen erhöht Steuer für Zweitwohnungen
Der Stadtrat hob die Zweitwohnungssteuer einstimmig von 20 auf 25 Prozent der Jahresnettokaltmiete an, gültig ab 2026. Erwartete Mehreinnahmen rund 330.000 Euro bei zuletzt etwa 1,4 Millionen Euro Gesamtaufkommen. Bürgermeister Maximilian Eichstetter sieht Füssen damit neben Schondorf am Ammersee an der bayerischen Spitze.
Alle acht Fundstellen wurden im Original aufgerufen und nicht aus Trefferlisten übernommen. Zahlen und Zitate stehen so in den verlinkten Artikeln.
Rechtliche Rahmenbedingungen im Allgäu
Kurtaxe und Gästebeitrag
Im Allgäu fällt pro Gast und Übernachtung die Kurabgabe an. Sie wird vom Vermieter eingezogen und an die Gemeinde abgeführt. Die Abführung erfolgt monatlich an die jeweilige Gemeinde. Favorent übernimmt die komplette Abwicklung einschließlich der Ausgabe des Allgäu-Walser-Passes. Wichtig für die Gästekommunikation: Diese Karten sind nicht inklusive, sondern über den Kurbeitrag finanziert. Der Gast zahlt ihn, der Vermieter zieht ihn ein und haftet gesamtschuldnerisch mit dem Gast. Die KönigsCard ist ein privates Produkt und wird im Allgäu nur in Füssen, Schwangau, Pfronten, Nesselwang und Halblech ausgegeben.
Meldepflicht und Meldeschein
Seit dem 01.01.2025 gilt der besondere Meldeschein nach § 29 BMG nur noch für ausländische Gäste; für deutsche Gäste hat ihn das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz abgeschafft. Unabhängig davon verlangt die kommunale Kurbeitragssatzung eine eigene Meldung. In Bad Hindelang etwa muss sie spätestens am Tag nach der Anreise weitergeleitet werden, und ab mehr als 100 Übernachtungen im Vorjahr ist die elektronische Übermittlung Pflicht. Favorent übernimmt die gesamte Abwicklung, sodass Sie als Eigentümer keine administrativen Lasten tragen.
Zweckentfremdung und Genehmigung
Das bayerische Zweckentfremdungsgesetz von 2007 ist eine Ermächtigung und kein Verbot: Es wirkt erst, wenn eine Gemeinde eine eigene Satzung erlässt, und zwar ab mehr als acht Wochen Fremdenbeherbergung im Kalenderjahr. Für keine Allgäuer Gemeinde ist eine solche Satzung belegt; Lindau steuert stattdessen bewusst über Bebauungspläne. Seit dem 01.04.2026 können Kommunen zusätzlich ein digitales Registrierungsverfahren mit kostenloser Registrierungsnummer einführen. Vor Aufnahme einer neuen Vermietung prüfen wir für Sie die konkrete Rechtslage in Ihrer Gemeinde und beantragen falls erforderlich die notwendigen Genehmigungen. So vermeiden Sie Bußgelder und rechtliche Nachforderungen.
Steuerreporting für Sie
Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Kleinunternehmer-Regelung: Wir liefern Ihnen monatlich eine konsolidierte Abrechnung, die Ihr Steuerberater oder Sie selbst direkt ins Jahres-Reporting übernehmen können. Inklusive Betriebsausgaben-Zuordnung und Kurtaxe-Nachweisen.
RECHT IM DETAIL
Was Eigentümer im Allgäu rechtlich beachten müssen
Sieben Punkte, jeder am Satzungstext oder am Gesetz belegt. Wo etwas nur für eine Gemeinde gilt, steht der Name dabei. Wo wir es nicht belegen konnten, sagen wir das.
Zweckentfremdung: was tatsächlich gilt
Bayern hat mit dem Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum vom 10.12.2007 eine Ermächtigungsgrundlage geschaffen. Sie wirkt nicht von selbst. Sie erlaubt Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt, durch eigene Satzung zu bestimmen, dass Wohnraum nur mit Genehmigung anders als zum Wohnen genutzt werden darf. Die Schwelle steht in Art. 1 Satz 2 Nr. 3: Zweckentfremdung liegt insbesondere vor, wenn Wohnraum länger als acht Wochen im Kalenderjahr für Fremdenbeherbergung genutzt wird.
Für das Allgäu lautet die ehrliche Antwort: Keine einzige Gemeinde der Region ist mit einer eigenen Zweckentfremdungssatzung belegt. Lindau führt im amtlichen Stadtrechtsverzeichnis keine, Sonthofen im geprüften Ortsrecht ebenfalls nicht, und Füssen unternahm 2019 einen Anlauf, den der Stadtrat bis Anfang 2020 nicht verabschiedet hatte. Zwischen 2020 und heute liegt eine Prüflücke, die wir nicht schließen konnten. Deshalb schreiben wir „keine ist belegt“ und nicht „es gibt keine“.
Die Voraussetzung wäre allerdings da. In der bayerischen Mieterschutzverordnung vom 16.12.2025, gültig ab 01.01.2026, stehen unter anderem Immenstadt, Sonthofen, Bolsterlang, Füssen, Lindau, Kempten und Memmingen. Das ist die mietrechtliche Einstufung als angespannter Wohnungsmarkt und nicht automatisch der Tatbestand des Zweckentfremdungsrechts. Es heißt also: Die Voraussetzung wäre erfüllt, nicht: Das Verbot gilt.
Neu und in dieser Form einmalig: Bayern hat als erstes Bundesland die EU-Verordnung 2024/1028 zu kurzzeitigen Vermietungen in Landesrecht umgesetzt. Das geänderte Zweckentfremdungsgesetz gilt seit dem 01.04.2026. Kommunen können seither ein digitales Registrierungsverfahren einführen; wer über eine Plattform vermietet, müsste sich dann vorab registrieren und bekäme eine kostenlose Registrierungsnummer. Über eine zentrale Stelle bei der Bundesnetzagentur erhielten die Kommunen zudem Zugriff auf Vermietungsdaten der Portale. Ob eine Allgäuer Kommune davon Gebrauch gemacht hat, konnten wir nicht belegen.
Ein häufiger Datumsfehler zum Schluss: Der oft zitierte Bußgeldrahmen von 500.000 Euro stammt nicht aus der Novelle von 2026, sondern aus der Verschärfung vom 30.05.2017.
Der Hebel, der beim Notartermin greift: § 22 BauGB
Dieser Punkt steht auf kaum einer Vermieterseite, und er ist im Allgäu belegt. Der Markt Bad Hindelang hat am 29.10.2008 eine „Satzung über die Sicherung der Zweckbestimmung von Gebieten für den Fremdenverkehr“ nach § 22 BauGB erlassen. Sie stellt schon die Begründung oder Teilung von Wohnungseigentum unter einen Genehmigungsvorbehalt.
Entscheidend ist, wer die Satzung zugestellt bekommt: Der Verteiler nennt ausdrücklich das Notariat Sonthofen und das Grundbuchamt beim Amtsgericht Sonthofen. Die Regel wirkt also beim Beurkunden und beim Grundbucheintrag, nicht erst, wenn jemand eine Anzeige erstattet. Wer in einem betroffenen Gebiet aus einem Haus mehrere Eigentumswohnungen machen will, braucht die Genehmigung, bevor der Notar überhaupt beurkunden kann.
Ob weitere Allgäuer Gemeinden eine solche Satzung haben, haben wir nicht geprüft. Der Satz lautet deshalb: In Bad Hindelang gilt das. Nicht: Im Allgäu gilt das.
Unabhängig davon greift überall ein zweiter Grundsatz. Ferienwohnen ist baurechtlich kein Wohnen; das Bundesverwaltungsgericht hat das mit Urteil vom 18.10.2017 (4 C 5.16) festgestellt. Und die Nutzungsänderung einer Wohnung in eine Ferienwohnung ist nach Art. 55 Abs. 1 BayBO genehmigungspflichtig, soweit die Ausnahmen der Art. 56 bis 58 nicht greifen. Wie lange eine Ferienwohnung faktisch schon läuft, schützt sie nicht: Bayerische Gerichte haben Nutzungen untersagt, die seit Jahren bestanden. Maßgeblich ist, was der Bebauungsplan zulässt.
Der Fremdenverkehrsbeitrag: was der Vermieter selbst zahlt
Den Kurbeitrag zahlt der Gast. Den Fremdenverkehrsbeitrag zahlt der Vermieter, und er wird regelmäßig mit dem Kurbeitrag verwechselt. Beide stehen in verschiedenen Artikeln desselben Gesetzes: Kurbeitrag in Art. 7 BayKAG, Fremdenverkehrsbeitrag in Art. 6. In Baden-Württemberg ist es § 44 KAG.
Er ist fast flächendeckend. Von den 26 geprüften Kommunen, die überhaupt einen Kurbeitrag erheben, führt nur Wangen im Allgäu keinen Fremdenverkehrsbeitrag. Kempten, Memmingen und Kaufbeuren erheben weder das eine noch das andere: Art. 6 Abs. 1 BayKAG setzt voraus, dass die Zahl der Übernachtungen das Siebenfache der Einwohnerzahl übersteigt, und für den Kurbeitrag fehlt ihnen die staatliche Prädikatsanerkennung.
Bemessen wird nach dem steuerpflichtigen Gewinn, multipliziert mit einem geschätzten Vorteilssatz und dem Beitragssatz; ersatzweise nach dem steuerbaren Umsatz mit einem gestaffelten Mindestbeitragssatz. Maßgeblich ist der höhere der beiden Werte. Die Beitragssätze reichen von 2,5 von Hundert in Bad Grönenbach bis 11 von Hundert in Balderschwang, also um den Faktor 4,4 auseinander. Viele Gemeinden lassen Vermieter stattdessen eine Vorauszahlung je Übernachtung abführen, zwischen 0,15 und 0,90 Euro.
Eine Kuriosität, die wir nicht glätten: Drei Gemeinden führen ihre Vorauszahlung bis heute in D-Mark. Rieden am Forggensee nennt 0,40 DM, Roßhaupten und Scheidegg je 0,30 DM. Das ist der veröffentlichte Satzungswortlaut und kein Lesefehler. Welcher Betrag tatsächlich abgerechnet wird, klärt man am besten vorher bei der Verwaltungsgemeinschaft.
Kurbeitrag: sieben Altersgrenzen, und „unter 18“ ist fast immer falsch
Die Formel „Kinder unter 18 Jahren sind meist befreit“ steht auf vielen Vermieterseiten. Im Allgäu ist sie in 25 von 26 Orten falsch. Belegt gefunden haben wir sieben verschiedene Grenzen.
| Freigrenze | Orte | Anmerkung |
|---|---|---|
| Vollendung des 6. Lebensjahres | 16 Orte, darunter Sonthofen, Immenstadt, Fischen, Schwangau, Pfronten, Nesselwang, Lindau und Ottobeuren | die Mehrheit |
| Vollendung des 9. Lebensjahres | Oberstdorf | seit 20.12.2025, vorher 12 Jahre |
| Vollendung des 14. Lebensjahres | Balderschwang, Bolsterlang | ohne Zwischenstufe |
| Vollendung des 16. Lebensjahres | Bad Wörishofen, Isny im Allgäu | — |
| Vollendung des 18. Lebensjahres | Bad Grönenbach | der einzige echte Fall der Region |
| keine Klausel, nur eine Tariflücke | Bad Hindelang, Oberstaufen, Scheidegg | faktisch frei, aber nicht in der Satzung geregelt |
| Sonderfall | Wangen im Allgäu | frei bis 6; von 6 bis 16 nur der ÖPNV-Anteil von 1,20 Euro |
Quelle: Kurbeitragssatzungen der 26 erhebenden Kommunen, jeweils geltende Fassung.
Zweitwohnungssteuer: hier liegt das Allgäu bundesweit vorn
Von 29 geprüften Orten erheben 26 eine Zweitwohnungssteuer. Nur Ottobeuren, Kaufbeuren und Memmingen tun es nicht. Die Sätze reichen von 10 Prozent in Wangen im Allgäu und in Kempten bis 25 Prozent in Immenstadt und Füssen, beide jeweils seit dem 01.01.2026. Bemessungsgrundlage ist fast überall die Jahresnettokaltmiete.
Dass die Sätze seit 2020 so stark gestiegen sind, hat einen regionalen Grund. Das Bundesverfassungsgericht erklärte am 18.07.2019 die Satzungen von Oberstdorf und Sonthofen für teilweise verfassungswidrig, weil sie die Steuer nach Einheitswerten von 1964 bemaßen. Danach kam im ganzen Allgäu eine Welle neuer Satzungen mit der Nettokaltmiete als Grundlage.
Und jetzt der Punkt, den Eigentümer wirklich brauchen: Keine einzige der 26 Satzungen nimmt die reine Kapitalanlage ausdrücklich aus. Überall steht stattdessen die Formel, Zweitwohnung sei eine Wohnung, die jemand „zu seiner persönlichen Lebensführung“ innehat, gefolgt von dem Satz, dass die vorübergehende Überlassung an Dritte der Zweitwohnungseigenschaft nicht entgegensteht. Die Freistellung der reinen Kapitalanlage ergibt sich also nur mittelbar, im Einzelfall und mit der Nachweislast beim Eigentümer.
Was es stattdessen gibt, ist eine Ermäßigungsstaffel nach vertraglich begrenzter Eigenverfügbarkeit. Bad Hindelang erhebt 22 Prozent und senkt die Schuld bei einem Vertrag mit einer Vermietungsagentur auf 25, 50 oder 75 Prozent des Satzes, je nachdem, ob die Wohnung dem Eigentümer noch bis zu vier, sechs oder acht Wochen im Jahr zur Verfügung steht. Auf null geht es in keinem Fall. Genau hier zahlt sich ein sauber formulierter Verwaltungsvertrag unmittelbar in Euro aus.
Zwei Orte weichen im Aufbau ab. Wangen im Allgäu knüpft rein melderechtlich an; eine ausschließlich vermietete und nie als Nebenwohnung gemeldete Ferienwohnung fällt nach dem Wortlaut nicht unter die Satzung. Zusammen mit dem niedrigsten Satz ist Wangen damit der günstigste Ort des Gebiets. Scheidegg knüpft ebenfalls melderechtlich an, dort aber zu Lasten der Eigentümer: Das Merkmal der persönlichen Lebensführung fehlt im Steuergegenstand ganz.
Meldepflicht: was seit 2025 gilt und was trotzdem bleibt
Der besondere Meldeschein nach § 29 BMG gilt seit dem 01.01.2025 nur noch für ausländische Gäste. Das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz hat ihn für deutsche Gäste abgeschafft. Wer noch mit Formulierungen wie „Ausweisnummer erfassen“ arbeitet, arbeitet mit einem überholten Stand.
Das heißt aber nicht, dass die Meldung entfällt. Die kommunale Kurbeitragssatzung verlangt eine eigene, und sie ist stellenweise schärfer als das Bundesrecht. In Bad Hindelang schreibt § 7 der Satzung vor, dass der Vermieter die Meldung spätestens am Tag nach der Anreise weiterleitet. Wer im Vorjahr mehr als 100 Übernachtungen hatte, muss elektronisch übermitteln. Für unvollständig übertragene Meldescheine kann die Gemeinde 5 Euro berechnen, für einen nicht zurückgegebenen Schein 100 Euro.
Und § 8 derselben Satzung stellt klar, dass der Beherbergungsbetrieb für die ordnungsgemäße Erhebung und den Eingang des Kurbeitrags gesamtschuldnerisch mit dem Gast haftet. Der Kurbeitrag ist damit zwar ein durchlaufender Posten, das Risiko liegt aber beim Vermieter.
Gästekarten: wer sie ausgibt und wer sie bezahlt
Bei den Gästekarten wird auf Vermieterseiten viel durcheinandergebracht, angefangen beim Namen. Die Basiskarte der Region heißt heute Allgäu-Walser-Pass; die frühere Bezeichnung Allgäu-Walser-Card lebt nur noch im Software- und Satzungszusammenhang weiter. Herausgeberin ist die Allgäu-Walser-Service GmbH in Sonthofen, und die Karte ist kurbeitragsfinanziert. In der Satzung von Missen-Wilhams steht sie sogar namentlich.
- KÖNIGSCARD: ein privates Unternehmen mit Sitz in Lengenwang, nicht kurbeitragsfinanziert. Nur Partnerbetriebe geben sie aus. Die Stadt Füssen schreibt, die Kosten seien „abhängig von der Unterkunft“. Sie ist also eingepreist und nicht kostenlos. Die Herausgeberin selbst wirbt mit „über 200 königlichen Erlebnissen“.
- ECHT BODENSEE CARD: die Gästekarte in Lindau, kurbeitragsfinanziert.
- Kommunale Einzelkarten gibt es zusätzlich in neun Orten, darunter die Füssen Card und die NesselwangCard. Die Füssen Card ist eine Rabattkarte mit freiem Nahverkehr, keine Inklusivkarte.
- Bad Hindelang PLUS und Oberstaufen PLUS sind keine Gästekarten. Die Kurbeitragssatzung von Bad Hindelang schließt in § 4 Abs. 2 einen Anspruch auf die PLUS-Leistungen ausdrücklich aus, und Oberstaufen PLUS ist ein Produkt der teilnehmenden Betriebe. Wer solche Leistungen im Objektexposé bewirbt, muss sie über den eigenen Betrieb sicherstellen.
- Der Nahverkehr ist ortsabhängig. In manchen Orten ist er im Pass enthalten, in anderen nicht. „Im ganzen Allgäu kostenlos Bus fahren“ stimmt nicht.
ANGEBOT UND RÜCKGÄNGE
Was die Region zu bieten hat, und was sie verloren hat
Eine Standortbeschreibung ist nur so viel wert wie ihre unangenehme Hälfte. Deshalb stehen hier beide Spalten nebeneinander.
Gewachsen
Belegt aus Betreiber- und Gemeindeangaben
- Nebelhorn und Nebelhornbahn. Der Gipfel liegt auf 2.224 Metern, die Gipfelstation auf 2.214,2 Metern. Beides wird in Reisetexten gern verwechselt. Die Bahn fuhr am 10. Juni 1930 zum ersten Mal und war damals die längste Personenschwebebahn der Welt; die Talabfahrt misst 7,5 Kilometer.
- Fellhorn und Fellhornbahn. Die erste Sektion nahm 1972 den Betrieb auf, die zweite Bahn kam im Winter 2006/07 dazu und bringt mit 94 Achterkabinen bis zu 2.400 Personen in der Stunde auf den Berg. Der Fellhorngipfel liegt auf 2.037 Metern, direkt auf der Grenze zu Vorarlberg.
- Breitachklamm. 1.600 Meter lang, an der Engstelle „Zwing“ nur zwei Meter breit und fast 100 Meter tief. Der Betreiberverein nennt über 300.000 Besucher im Jahr. Erwachsene zahlen 9,00 Euro, mit dem Allgäu-Walser-Pass 8,50 Euro. Das sind 50 Cent Ermäßigung und ausdrücklich kein Freieintritt.
- Kloster Ottobeuren. Klostergemeinschaft seit 764 in ununterbrochener Tradition, die heutige Basilika entstand zwischen 1737 und 1766. Die Zwillingstürme messen 82 Meter, das Mittelschiff ist 89 Meter lang und 36 Meter hoch. 1926 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben.
- Wandertrilogie Allgäu. Drei Wege mit zusammen rund 1.200 Kilometern und 72 Etappen: Wiesengänger, Wasserläufer und Himmelsstürmer. Das ist das Rückgrat des Sommergeschäfts, und es funktioniert ohne Bergbahn.
- Die beiden Alpseen, sauber getrennt. Der Große Alpsee bei Immenstadt ist mit 250 Hektar der größte Natursee des Allgäus, aber nur 22,7 Meter tief. Der Alpsee bei Schwangau misst 88 Hektar und ist mit 62 Metern fast dreimal so tief. Wer beide gleichsetzt, beschreibt den falschen See.
- Berge im Sommer wie im Winter. Für den Winter zählt die Erhebung der Allgäuer Bergbahnen 16 Skigebiete, 112 Liftanlagen und 247 Pistenkilometer. Für den Sommer 16 Berge mit 22 Seilbahnen. Bei den Bahnen dieser Erhebung liegen die Sommer-Ersteintritte inzwischen über denen des Winters.
Verloren
Ebenfalls belegt, und ebenso Teil des Standorts
- Die Kleinvermietung. Das ist der mit Abstand größte belegte Verlust. Zwischen 2019 und 2024 verlor die private Vermietung 3,1 Prozent ihrer Betten, Urlaub auf dem Bauernhof 17,5 Prozent. Von 2003 bis 2019 ging die Zahl der Privatvermieter um 38 Prozent zurück.
- Die Grüntenlifte in Rettenberg. Acht Anlagen einschließlich Doppelsesselbahn, seit der Saison 2017/18 außer Betrieb. Im Januar 2023 wurden auch die Wiederbelebungspläne aufgegeben.
- Der Stinesserlift in Fischen. Der Gemeinderat beschloss im August 2025 einstimmig den Abbau. In den beiden Wintern davor hatte der Lift vollständig stillgestanden.
- Der Skibetrieb an der Alpsee Bergwelt in Immenstadt. Er wurde im Februar 2016 komplett eingestellt; aus dem früheren Skizirkus wurde ein Erlebnisberg mit Sommerrodelbahn.
- Der Fernverkehr nach Oberstdorf. Der Interregio fuhr bis 2001, der Allgäu-Express bis 2007, der Alex bis Dezember 2020. Geblieben ist ein einziges ICE-Zugpaar.
- Das Waltenbergerhaus. Die 1875 erbaute älteste Alpenvereinshütte des Allgäus wurde 2015 aus Brandschutzgründen geschlossen und abgerissen.
Beim Nahverkehr zeigt der Befund in die andere Richtung
Wir haben nach gestrichenen Buslinien gesucht und keine gefunden. Stattdessen hat der Kreistag Oberallgäu 2025 das Ausbauprogramm MOBIL 365 beschlossen, für das bis zu vier Millionen Euro jährlich zusätzlich in den Nahverkehr fließen sollen; die volle Wirkung ist ab 2029 vorgesehen. Fahrplankürzungen zwischen 2023 und 2026 waren nicht auffindbar. Das gehört hierher, auch wenn es die Verlustseite schwächt.
Der Welterbetitel hat die Zahlen nicht bewegt
Am 12.07.2025 hat das Welterbekomitee in Paris die Schlösser Ludwigs II. in die Welterbeliste eingeschrieben. Für Neuschwanstein war das erwartungsgemäß ein großer Tag. Nur in den Besucherzahlen ist davon fast nichts angekommen.
„Es ist im Bezug auf die Zahlen alles wie vorher.“Florian Hoffrohne, Tourismusdirektor Schwangau, zitiert in der Schwäbischen Zeitung vom 05.11.2025
Für Eigentümer ist das eine nützliche Nüchternheit: Der Titel ist ein Standortmerkmal und taugt für die Objektbeschreibung. Als Renditeversprechen taugt er nicht. Zwei Abgrenzungen gehören dazu, weil sie ständig verwischt werden. Von den vier Schlössern der Welterbestätte liegt nur Neuschwanstein im Allgäu; Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee liegen in Oberbayern, ebenso die Wieskirche. Und das Kneippen ist kein UNESCO-Welterbe, sondern seit dem 04.12.2015 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Das ist ein nationaler Eintrag, kein internationaler.
Quellen: Betreiberangaben der OK Bergbahnen, des Breitachklammvereins und der Abtei Ottobeuren; Allgäu GmbH für die Wandertrilogie; Montenius Consult für die Allgäuer Bergbahn Initiative (Stand 2023) für Skigebiete und Sommerberge; Bayerische Schlösserverwaltung, Schlösserbilanzen 2025 und 2026, für die Besucherzahlen; Landratsamt Oberallgäu für MOBIL 365; Deutsche UNESCO-Kommission für den Kneipp-Eintrag; Presseberichte für die aufgegebenen Liftanlagen.
ZIELGRUPPEN UND QUELLMÄRKTE
Wer im Allgäu bucht
Die Region lebt vom deutschen Gast, von kurzen Aufenthalten und von einer Nachsaison, die stärker trägt, als die meisten Belegungspläne unterstellen.
Vier Segmente, und wo das Geld liegt
Die Wirtschaftsstudie des dwif für das Basisjahr 2024 zerlegt den Allgäu-Tourismus in vier Segmente. Die Verteilung ist aufschlussreich, weil sich Aufenthaltstage und Umsatz kaum decken.
| Segment | Anteil an den Tagen | Anteil am Umsatz | Ausgaben je Tag |
|---|---|---|---|
| Tagesreisen | 61,7 % | 30,8 % | 32,00 € |
| Gewerbliche Betriebe ab 10 Betten | 26,3 % | 55,8 % | 135,90 € |
| Privatquartiere unter 10 Betten | 6,8 % | 9,4 % | 88,20 € |
| Camping, Dauercamping, Reisemobil | 5,2 % | 4,0 % | 49,10 € |
Quelle: dwif, „Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Region Allgäu 2024“, im Auftrag des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben. Basis sind rund 61,6 Millionen Aufenthaltstage und rund 3,9 Milliarden Euro Bruttoumsatz. Die Prozentwerte sind aus den Absolutzahlen der Studie nachgerechnet.
Der deutsche Gast trägt die Region
Rund neun von zehn Gästen kommen aus Deutschland. Diese Größenordnung nennen Verband, Presse und Wissenschaft übereinstimmend. Der Auslandsanteil an den Übernachtungen lag 2025 bei 11,4 Prozent und damit nur wenig über dem Wert von 2010; das Vor-Corona-Niveau von 12,4 Prozent ist noch nicht wieder erreicht. Bayern insgesamt kommt auf 20,0 Prozent, also fast das Doppelte.
Unter den ausländischen Wintergästen 2025/26 stellte die Schweiz 34 Prozent, die Niederlande 16 und Österreich 8 Prozent. Wer international vermarkten will, fängt sinnvollerweise dort an und nicht bei Fernmärkten.
Zwei Aufenthaltsdauern, zwei Gästetypen
In der amtlichen Statistik bleibt ein Gast im Mittel 3,4 Tage. Das ist der Wert der Häuser ab zehn Betten, also überwiegend der Hotellerie. Im Kleinsegment unter zehn Betten lag die Aufenthaltsdauer zuletzt bei 6,12 Tagen, fast doppelt so lang.
Das ist kein statistischer Zufall, sondern das Profil der Ferienwohnung: längere Aufenthalte, weniger Wechsel, geringere Reinigungs- und Wechselkosten je belegter Nacht. Wer eine Ferienwohnung wie ein Hotelzimmer vermarktet, verschenkt genau diesen Vorteil.
Der Winter ist eine eigene Zielgruppe
Anders als in den deutschen Mittelgebirgen gibt es im Allgäu einen echten zweiten Gipfel. Regionsweit ist der Februar mit 41,3 Prozent ein lokales Maximum, im Landkreis Oberallgäu sogar mit 47,3 Prozent. Von dort stürzt die Kurve in den März auf 35,4 Prozent ab.
Wichtig ist die Einschränkung: Dieser Gipfel wird von den Bergkreisen getragen. Im Unterallgäu steigt die Kurve monoton bis in den August durch, in Lindau liegt der März sogar über dem Februar. Eine Winteraussage für „das Allgäu“ ist ohne diesen Zusatz nicht sauber.
Die Nachsaison ist das unterschätzte Fenster
Der September bricht im Allgäu nicht ein. Mit 54,7 Prozent liegt er über dem Mai und nur 0,6 Punkte unter dem Juni. Auch der Oktober hält noch 48,9 Prozent. Der scharfe Bruch kommt erst danach: vom Oktober auf den November fällt die Auslastung um 19,6 Punkte auf 29,3 Prozent, den schwächsten Monat des Jahres.
Für die Preisstrategie heißt das: Der September gehört preislich näher an den Sommer als an den Herbst, und der November ist der Monat, in dem Aktionen tatsächlich etwas bewegen.
„Die meisten Gäste im Allgäu wollen nicht mehr nur tagelang Skifahren oder Langlaufen, sondern auch noch andere Dinge tun.“Prof. Guido Sommer, Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung an der Hochschule Kempten, in der Schwäbischen Zeitung vom 02.03.2026
Dieselbe Gästebefragung über zwanzig Jahre zeigt einen zweiten Trend, der zur Ferienwohnung passt: häufigere, aber kürzere Urlaube. Die Benchmarkstudie der Hochschule Kempten bestätigt das an den Zahlen. Zwischen 2014 und 2024 stieg die Bettenauslastung im Sommerhalbjahr von 50,4 auf 55,4 Prozent und im Winterhalbjahr von 33,7 auf 36,2 Prozent, während die Aufenthaltsdauer in beiden Halbjahren von 3,6 auf 3,4 Tage sank. Mehr Belegung bei kürzeren Aufenthalten bedeutet mehr Wechsel, und Wechsel sind Arbeit.
Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik, G4100C, Tabellen 4 und 6, für Auslandsanteil, Aufenthaltsdauer und Monatswerte; Landesamt für Statistik, Kennziffer 0404, für das Kleinsegment 2024; dwif für die Segmentrechnung; Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung der Hochschule Kempten für den Zehnjahresvergleich; Allgäu GmbH über presseportal.de für die Winterbilanz 2025/26.
Unser Netzwerk im Allgäu
„Die Kurtaxen-Erhöhung 2026 war zunächst Sorge, aber der Mobil Pass Allgäu gleicht das für die Gäste mehr als aus. Favorent kommuniziert den Mehrwert klar."
„Die Alpen sind Ganzjahres-Geschäft. Favorent schafft in jedem Quartal starke Auslastung, und das Property läuft operativ stabil."
IN DER NACHBARSCHAFT
Regionen und Orte rund ums Allgäu
Manche Frage klärt sich schneller auf der Ortsseite als auf der Regionsseite. Fünf Wege in die Nachbarschaft.
Ein Hinweis zur Statistik, weil er beim Vergleich der Seiten wichtig ist: Der Landkreis Lindau ist mit seinen vollen Übernachtungszahlen Teil der Tourismusregion Allgäu. Wer Lindauer Zahlen zusätzlich zu den Bodenseezahlen liest, zählt rund 13,9 Prozent des Allgäus doppelt. Bayern führt keine eigene Tourismusregion Bodensee.
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